Jülich - Tanz in der Zitadelle: „An die Fäden, ferrtig, los“

Tanz in der Zitadelle: „An die Fäden, ferrtig, los“

Von: ptj
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Kreative Umsetzungen des Themas Leitfäden: Auf der Bühne im vollbesetzten PZ der Zitadelle wirbelten Tänzerinnen und Tänzer aus allen Klassen des Gymnasiums sowie Gäste vom Tanztheater Aldenhoven. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Action pur, da beißt die Maus keinen Faden ab.“ Mit diesem Versprechen hatten die Moderatoren des 17. Tanzabends des städtischen Jülicher Gymnasiums Zitadelle zum Thema „Tanzszenen & Leitfäden“ nicht zu viel versprochen – obwohl der Abend unschön begann.

Ein Unfall einer Tänzerin bei der Generalprobe machte den Einsatz eines Krankenwagens notwendig. Das wiederum hatte Warteschlangen im Regen und einen verspäteten Beginn der Veranstaltung zur Folge, wofür sich Initiatorin Bärbel Gründel bei ihrer Begrüßung entschuldigte.

Das Warten hatte sich allerdings gelohnt. Ansprechend moderiert von Julian Heck und Dylan Stobbe aus der U1, erlebten die Gäste im vollbesetzten Pädagogischen Zentrum (PZ) des Gymnasiums Zitadelle 24 Tanzinterpretationen der verschiedensten Genres, von einem atemberaubenden Solo-Breakdance bis zu einer Großgruppen-Performance.

Tänzer aus allen Klassen zuzüglich Gasttänzer vom Tanztheater Aldenhoven, aus der Jülicher ADTV-Tanzschule „Dancing and More“ und vom Fitness- und Tanzstudio Nina Romm setzten die Leitideen ansprechend um und wurden gebührend beklatscht. „Wer hält die Schicksalsfäden in der Hand, wer wird ins Fadenkreuz genommen?“ Woher kommen solche Fadensprüche überhaupt?

Nach Bekunden des Moderatoren-Duos entstammen sie der griechischen Sagenwelt. So gibt es Sagte vom Faden der Ariadne. Die Prinzessin Ariadne, Tochter des Königs Minos auf Kreta, schenkte Theseus, einem Königssohn aus Athen, einen lebensrettenden Faden. Mit Hilfe des Fadens fand Theseus den Weg durch das Labyrinth, in dem der Minotauros hauste. Nachdem Theseus das Ungeheuer, halb Stier, halb Mensch, getötet hatte, fand er entlang des goldenen Fadens der Ariadne wieder aus dem Labyrinth heraus. Doch ihre Liebe endete glücklos.

Das originelle Startkommando für die kleinen Tänzer im PZ lautete „An die Fäden, fertig, los“. „Oh wie süß“, kommentierten Zuschauer den coolen Auftritt der Fünftklässler, die in schwarzen Hosen und Sonnenbrillen und weißen Oberteilen mit vollem Körpereinsatz zu „Gangnam Style“, dem berühmten Tanzvideo des Musikers Psy rappten und so ins Thema „Leitfäden“ einführten.

Weitere Interpretationsfelder waren „Gummitwist“, „Liebesfäden weben“, „Alle Fäden fest in der Hand halten“, „Den Faden verlieren“, „Der rote Leitfaden“, „Fadenscheinige Entschuldigungen“ und schließlich „Fadenknäuel – flashmop“. Interpretiert wurde teils wörtlich, etwa mit dem Kinderspiel Gummitwist mit akrobatischen Tanzeinlagen, bis hin zur ideenreichen Choreographie einer Großgruppe.

Zur Einführung ins Thema „Liebesfäden“ stellten Heck und Stobbe eine Schulszene nach und besprachen das Drama „Kabale und Liebe“ des Weimarer-Klassik-Stars Friedrich Schiller (1759-1805), dort reiche der „Liebesfaden durchs ganze Buch“.

Ein erwähnenswertes Umsetzungsbeispiel ist die gemeinsame Performance von Schülerinnen aus zwei neunten Klassen, der Q2 und Gästen des Fitness- und Tanzstudios Nina Romm. Sie webten ihre Liebesfäden aufgeteilt in zwei Gruppen, ein sechsköpfiges Ensemble mit abgehackten Bewegungen in Military-Blusen und eine grazil und biegsame Tanzgruppe in Ballett-Manier.

Beide flossen zu „Hold your Dreams“ aus dem US-Kinokassenschlager „Fame – Der Weg zum Ruhm“ wieder ineinander. Andere Darsteller waren buchstäblich an elastische Bänder gebunden oder tanzten nach Survivor-Art mit China-Masken zu „Eye of the Tiger“. Begeistert zeigte sich auch die neue Schulleiterin Edith Körver, die seit 15 Jahren als Lehrerin im Gymnasium tätig ist. Nicht nur für sie ist die jährliche Tanzveranstaltung eine feste Größe im Termin- und Planungskalender.

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