„Tamigu-Trio” spielt Ave Maria

Von: Silvia Jagodzinska
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Ein hoch anspruchsvolles Konzert bot das „Tamigu-Trio”, Komponist und Pianist Günther Wiesemann (l.), Violinist Michael Nachbar und Klassikpianistin Tamara Buslova. Foto: Jagodzinska

Linnich. Zum ersten Mal konzertierte das aus hochkarätigen und mehrfach ausgezeichneten Instrumentalisten bestehende „Tamigu-Trio” in Linnich.

Mit der „Ciacona” G-Moll von Tomaso A. Vitali starteten Klassikpianistin Tamara Buslova aus Moldavien, Violinist Michael Nachbar, Gründer des Dortmunder Streichquartetts, und der Hattinger Komponist und Pianist Günther Wiesemann ihr anspruchsvolles Konzert auf der Orgelempore der evangelischen Kirche. Geboten wurde ein gezielter Mix aus Werken des Barocks und der heutigen Zeit.

Während die „Ciacona” oder „Chaconne” (ital./fr.) eigentlich ein Tanz ist, wiederholt sich in der Musik stetig ein vier bis acht Takte dauerndes Harmonieschema, das Thema muss nicht erkennbar bleiben. Gewollte Dissonanzen und gekonnt quietschende Geigentöne dominierten in dem dramaturgischen Werk. Das im Anschluss zu Gehör gebrachte „Lichtstück”, eine Komposition von Wiesemann, ließ deutlich erkennen, weshalb dieser neben anderen Auszeichnungen erster Preisträger als Stipendiat der „Dramatiker Union Berlin” wurde: Ein in Perfektion zu Gehör gebrachtes, 84-Partitur-Seiten-langes Werk für Orgel und zwei Percussionisten mit dramaturgischem Aufbau, das in Länge und Komplexität den lauschenden Zuhörer fast überforderte.

Nicht weniger anspruchsvoll waren das „Grave” aus der a-moll Violinsonate von Bach oder dessen wunderschöner liedhafter Satz „Air” aus der Orchestersuite BWV 1068, von Wilhelmi gesetzt für Orgel und Violine. In Wiesemanns zweiter Komposition „In caelis aeternis” erklangen Gong, Klangschalen und Windspiel mit Violine und Orgel zusammen. Hier hatte der Komponist Melodien von Chorälen aus dem 15. und 17. Jahrhundert eingearbeitet, wie „Oh Welt, sieh hier dein Leben”. Nicht fehlen durften Händel und Schubert: Langsam, in mäßigem Tempo, etwas schneller und wieder mäßig erklangen die vier Sätze der Sonata Nr. 4, D-Dur für Violine und Orgel von Händel, wunderschön das „Ave Maria” von Schubert.

Virtuos interpretierten Geige und Orgel das „Präludium und Allegro im Stile Pugnani” von Fritz Kreisler: Inhaltlich schienen die Instrumente mit ihrem Spiel nach zunächst mühsamer Zurückhaltung hinaus in die Freiheit drängen zu wollen.

Neben der Professionalität des „Tamigu-Trios” war die Vielfalt eines kleinen Schlaginstrumentariums auffallend, das von den drei Instrumentalisten zum ungewöhnlich breiten Rhythmus- und Klangfarbenfeld verschieden gehalten und unterschiedlich beschlagen oder gedämpft wurde - und einen entsprechenden Nachklang erzeugte.

Wie in der evangelischen Kirche Linnich üblich, lud Pfarrer Bernhard Jacobi im Anschluss zum Beisammensein und zum Gespräch mit den Künstlern ein.
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