Tagesmütter sind verunsichert

Von: Tobias Röber
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Heike Jansen kümmert sich zur Zeit um Eszter und Max. Auch wenn der Einjährige etwas griesgrämig schaut, haben beide Kinder viel Spaß, wenn sie mit der „Mama auf Zeit” spielen können. Foto: Röber

Jülich. Bei Heike Jansen dreht sich der ganze Tag um Kinder - die zwei eigenen und ihre momentan drei Pflegekinder. Die 49-Jährige ist eine von 77 Tagesmüttern aus Jülich und Umgebung. Bei vielen von ihnen herrscht Verunsicherung.

Der Grund dafür ist ein Erlass des Bundesfinanzministeriums, nach dem die von den Kommunen entlohnten Tagesmütter seit dem 1. Januar ihren privat bezahlten Kolleginnen gleichgestellt sind und ihre Einkünfte versteuern müssen.

Schreckensmeldungen, nach denen den Kommunen die Tagesmütter aus genau diesem Grund in Scharen weglaufen, verweist Veronika Krapp, Fachberaterin Kindertagespflege des Kreises Düren, mit Nachdruck ins Reich der Fabeln: „Es besteht eines großen Informationsbedarfs. Aber wir sehen die gesetzliche Neuregelung als Herausforderung und auch als Chance.”

Alexandra Kaufmann arbeitet ebenfalls als Tagesmutter. 2005 hat sie begonnen und die Aufgabe zu ihrem Beruf gemacht. Dafür mietete sie sogar eine eigene Wohnung in Titz an. „Ich war ohnehin schon immer selbstständig und musste regulär Steuern zahlen.” So gesehen trifft sie das neue Gesetz nicht. Mehr noch, sie bewertet es positiv: „Bislang wurde uns Tagesmüttern nachgesagt, dass wir unser Geld verdienen, indem wir mit den Kindern ein wenig âTeitaÔ gehen. Dabei ist es eine Menge Arbeit, die nun endlich anerkannt wird.”

Heike Jansen ist wie alle Tagesmütter seit dem 1. Januar steuerrechtlich als nebenberuflich selbstständig Tätige eingeordnet - und zwar unabhängig davon, ob die Entgelte hierfür privat finanziert sind oder über das Jugendamt gefördert werden. Für die 49-Jährige kein Problem: „Ich habe vorher auch darauf geachtet, dass ich unterhalb der einzuhaltenden Grenzen lag. Von daher ändert sich nun nicht viel für mich.”
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