Tagebau Hambach: Warnstreik legt Betrieb lahm

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Erster Warnstreik in der Geschichte des Tagebaus Hambach: Drei Stunden lang blockierten hunderte Mitarbeiter von RWE Power gestern Morgen bei klirrender Kälte die Zufahrt, um ihrer Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn Nachdruck zu verleihen. Foto: Abels

Niederzier. Erstmals in der Geschichte standen am Freitagmorgen streikbedingt auch die Schaufelradbagger im Tagebau Hambach still. Mit Beginn der Frühschicht um 4 Uhr traten mehrere hundert Mitarbeiter von RWE Power in einen dreistündigen Warnstreik, um ihrer Forderung von 6,5 Prozent mehr Lohn in den laufenden Tarifverhandlungen Nachdruck zu verleihen.

Und die im Schneematsch stehenden und mit Transparenten bewaffneten Bergleute ließen bei Temperaturen unter null Grad keinen Zweifel aufkommen, dass sie im Januar zu weiteren Schritten bereit sind, sollte der Arbeitgeber sein bisheriges Angebot von drei Prozent und einer Einmalzahlung von 1000 Euro nicht nachbessern.

Dividende von fünf Prozent für die Aktionäre

„Wenn die Aktionäre eine Dividende von fünf Prozent oder mehr bekommen, dann nur, weil wir am Gewinn mitgearbeitet haben”, rief Joachim Helten, Vorsitzender der Vertrauensleute der IGBCE im Tagebau Hambach, den Kollegen zu und verwies auf die „unglaublichen” Anstieg der Vorstandsbezüge in den vergangenen Jahren.

„Der Kuchen, den wir alle gebacken haben, muss jetzt aber auch gerecht verteilt werden”, forderte Helten vom Arbeitgeber den nötigen Respekt vor der Leistung der Bergleute, die bei Wind und Wetter im Tagebau ihren Mann stehen. Und an die Adresse von RWE-Chef Großmann gerichtet erklärte er: „Sie waren 2009 der bestbezahlte Topmanager. Sie haben es aber auch geschafft, den ersten Streik in der 113-jährigen RWE-Geschichte zu provozieren. Es ist allein ihre Schuld, dass wir hier stehen.”

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