„Tag der Neugier“: Neues Jülicher Institut ist ein Hoffnungsträger

Von: Volker Uerlings
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Ein neuer Ort auf dem Campus Jülich, um „eine der zentralen Herausforderungen unserer Gesellschaft“ zu erforschen: das Institut für Neurowissenschaften. Foto: Uerlings
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Halten den Schlüssel fürs neue Gebäude der Nuklearchemie in Händen (v.l.): FZJ-Vorstandschef Wolfgang Marquardt, Staatssekretär Thomas Rachel, NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, Vorstand Sebastian Schmidt und Institutsleiter Bernd Neumaier. Foto: Uerlings

Jülich. Astronaut Thomas Gerstner hatte von ganz weit oben in der Internationalen Raumstation das große Ganze ziemlich gut im Blick. Darum beneidet ihn die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze ein bisschen, wie sie am Sonntag zum Start des „Tag der Neugier“ im Forschungszentrum Jülich verriet.

Ebenso spannend findet das Düsseldorfer Kabinettsmitglied allerdings auch die Einblicke in winzig kleine Strukturen, die dabei helfen, das menschliche Oberstübchen zu verstehen: „Es ist faszinierend, wie viel wir noch nicht wissen vom Gehirn.“

Sie sagte das mit besonderem Bezug zum Ort, denn mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Thomas Rachel (Düren), eröffnete sie das 3000 Quadratmeter große neue Gebäude des Instituts für Neurowissenschaften und Medizin auf dem Campus Jülich.

Eine kürzere und interne Bezeichnung des Fachbereichs ist „die Nuklearchemie“, denn um die Abläufe und „Verschaltungen“ im Hirn zu begreifen, muss man sie sehen und verstehen. Das erlauben bildgebende Verfahren, die mit Radionukliden arbeiten, die im Institut hergestellt werden, wie Vorstandsvorsitzender Professor Wolfgang Marquardt erklärte. Erkenntnisse und Verständnis helfen einerseits, Krankheiten früher zu erkennen und zu therapieren. Sie geben laut Marquardt aber auch Hinweise, wie beispielsweise die „Architektur künftiger Supercomputer“ aussehen muss.

In einer „Gesellschaft des langen Lebens“ seien Neurowissenschaften von enormer Wichtigkeit und die Erforschung und Bekämpfung von Krankheiten „eine der zentralen Herausforderungen unserer Gesellschaft“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel, dessen Bundesforschungsministerium mit acht Millionen Euro den Löwenanteil der Investition finanziert hat. Das Land beteiligte sich mit einer Million Euro. Ministerin und Staatssekretär waren sich einig, dass es sich um gut investiertes Geld handele, das den Neurowissenschaftlern, die zuvor in einem beengten 60er Jahre-Bau zu Hause waren, nun beste Bedingungen bietet. Rachel: „Entwickeln, testen, anwenden – alles unter einem Dach!“

Die beiden Gesellschaftervertreter waren in Begleitung vieler Gäste beim Rundgang am Sonntag, zu denen der Vize-Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Oliver Krischer, der CDU-Landtagsabgeordnete Josef Wirtz, der Jülicher Bürgermeister Axel Fuchs, der Niederzierer Bürgermeister Hermann Heuser und weitere regionale Gäste zählten.

Sie informierten sich auch im Institut für Energie- und Klimaforschung bei Professor Reinhard Carius über die Jülicher Dünnschicht-Photovoltaikzellen. Und vor dem Gang zur Seebühne gab es bei den Biotechnologen mit Institutsleiter Professor Wolfgang Wiechert ein kühles Blondes, natürlich aus eigener Herstellung: das „JuBräu“.

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