Tag der jüdischen Kultur: Erinnerung an „Fräulein Rabbi“

Von: ptj
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Fräulein Rabbi
Ein Filmausschnitt aus „An ihrer Stelle“, der im Rahmen des Europäischen Tages der jüdischen Kultur in der Landsynagoge Rödingen gezeigt wird. Foto: LVR
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Judaistin Monika Grübel am „Tag der Europäischen Kultur“ mit zwei Besucherinnen. Foto: Jagodzinska

Rödingen. Das LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen feiert am Europäischen Tag der jüdischen Kultur am Sonntag, 14. September, seinen fünften Geburtstag, worauf zum Abschluss des ganztägigen Programms feierlich angestoßen wird.

Führungen, Vorträge und ein Film stehen unter dem Motto „Frauen im Judentum“. Ganztägig stehen Kaffee und Kuchen sowie kalte und warme Getränke für die Besucher bereit. Die Führungen zum Thema „Jüdisches Leben auf dem Land“ von 12 bis 13 Uhr durch die ehemalige Synagoge und das Wohnhaus beziehen sich in besonderen Weise auf das rheinische Landjudentum und die einst in Rödingen ansässige Familie Ullmann.

Ein Dorfrundgang führt durch jüdische Orte im christlich geprägten Dorf und versteht sich als Spurensuche. Beim Besuch des jüdischen Friedhofs werden Männer gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.

Die Lebenswege jüdischer Frauen stehen am Nachmittag im Blickpunkt der Referenten. Der erste Vortrag von 14.30 bis 15 Uhr hat Sibilla Ullmann, die letzte Rödinger Jüdin, zum Thema. Es geht um Spuren, die Sibilla Ullmann in den Erinnerungen ihrer Nichte sowie aus den Erzählungen der Dorfbewohner im Haus hinterlassen hat.

Das anschließende Referat von 15.30 bis 16.15 Uhr bezieht sich auf „Fräulein Rabbiner Jonas“, die erste Rabbinerin der Welt, die am 27. Dezember 1935 die „Smicha“, das heißt, die formelle Einsetzung in das Rabbineramt erhielt. Bis zu ihrer Deportation und Ermordung in Auschwitz übte „Fräulein Rabbiner“ ihr Amt unbeirrt und mit großem Engagement aus.

Protagonistin des Films „An ihrer Stelle“, der von 16.30 bis 18 Uhr gezeigt wird, ist die 18-jährige Shira aus einer orthodoxen Gemeinde in Tel Aviv, die sich auf ihre Heirat vorbereitet. Doch dann stirbt ihre Schwester bei der Geburt ihres Kinder und hinterlässt ihren Ehemann Yochay mit dem Neugeborenen. Shira wird nun mit dem Vorschlag konfrontiert, ihren verwitweten Schwager zu heiraten und dessen Kind eine Mutter zu sein. Die junge Frau steht vor der schweren Entscheidung, ihrem Herzen oder den Wünschen ihrer Familie zu folgen.

Referentin Monika Grübel studierte Judaistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Sie ist seit 1999 Judaistin im LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn und Leiterin des LVR-Kulturhauses Landsynagoge in Rödingen.

Am Europäischen Tag der jüdischen Kultur sind Eintritt, Führungen, Vorträge und Film kostenlos im LVR-Kulturhaus in Rödingen frei.

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