Tag der jüdischen Kultur: Brücken zu vielen Welten

Letzte Aktualisierung:
10536237.jpg
Die beiden Musiker Bella Liebermann und Roman Nedzvetskyy setzen den klangvollen Schlusspunkt unter das Programm zum Europatag im LVR-Kulturhaus. Foto: B. Liebermann

Rödingen. Ein Europäischer Tag der jüdischen Kultur 2015 unter dem Motto „Brücken“ findet am Sonntag, 6. September, in der Zeit von 11 bis 18.30 Uhr im LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen, Mühlenend 1, in Rödingen statt. Ein vielfältiges Programm mit Führungen, Film, Vortrag und Konzert erwartet die Besucher. Ganztägig Kaffee und Kuchen sowie kalte und warme Getränke bieten die notwendige Erfrischung.

Das Programm sieht im einzelnen von 12 bis 13 Uhr die Führung „Jüdisches Leben auf dem Land“ vor mit besonderem Blick auf das rheinische Landjudentum und auf die Geschichte der Familie Ullmann von 1781 bis heute.

Von 13 bis 14 Uhr werden bei einem Dorfrundgang „Jüdische Orte im christlich geprägten Dorf“ aufgesucht – eine Spurensuche inklusive Besichtigung des jüdischen Friedhofs. Männer werden gebeten, beim Besuch des Friedhofs eine Kopfbedeckung zu tragen.

Unter dem Titel „Brücken–Jüdische Lebenswelten und Identitäten“ wird von 14.30 bis 15 Uhr der Film„Halbmond und Kreuz“ gezeigt. Ein Film über Blüte und Niedergang des Judentums auf der Iberischen Halbinsel. Am Beispiel von Maimonides (1135–1204) und Dona Gracia Mendes-Nasi (1510–1569) werden die Lebenswege von zwei sefardischen Juden vorgestellt. Diese führen durch viele Länder und erzählen von Flucht, Ansiedlung, Erfolg und Anerkennung und erneuter Flucht.

„Jüdisches Europa heute. Eine Erkundung“ ist der Vortrag von 15.30 bis 16.30 Uhr überschrieben. Zwölf Studierende begaben sich im Sommer 2014 auf eine ethnografische Spurensuche durch Europa. Im Fokus ihrer Forschungsreisen stand die Frage nach unterschiedliche Erscheinungsformen jüdischer Kultur und Lebenswelten. Dabei bereisten sie Istanbul, London, Budapest, Marbella, Warschau, Umeå und Reykjavik.

Ein facettenreiches Kaleidoskop an Phänomenen, Akteuren und Orten entstand, das derzeit im Jüdischen Museum München präsentiert wird. Im Bildvortrag wird die Ausstellung vorgestellt und nachgezeichnet, wie aus einem studentischen Projekt eine Ausstellung entstanden ist.

Das Konzert„Der Duft der spanischen Gärten Sefardische Gesänge und andere Facetten jüdischer Musik“ von 17.30 bis 18.30 Uhr rundet das Tagesprogramm ab.

Die Referentin Ulrike Heikaus ist seit 2008 Kuratorin am Jüdischen Museum München. Sie studierte Jüdische Studien, Kunstgeschichte und Neuere deutsche Literatur. Publikationen (u.a.): Deutschsprachige Filme als Kulturinsel. Zur kulturellen Integration der deutschsprachigen Juden in Palästina, 1933–1945; (Hg.): Das war spitze! Jüdisches in der deutschen Fernsehunterhaltung; (Hg.): Krieg! Juden zwischen den Fronten 1914–1918.

Die Musikerin Bella Liebermann (Gesang, Klavier und Zymbel) studierte in Gomel und Minsk Musik. Sie ist nicht nur leidenschaftliche Interpretin der jüdischen und Weltmusik, sondern auch freie Schriftstellerin und Sozialarbeiterin. Roman Nedzvetskyy (Klavier und Arrangement) studierte in Moskau. Seit 1999 lebt er in Deutschland und ist als Komponist und Ballettkorrepetitor tätig.

Eintritt, Führungen, Film, Vortrag und Konzert sind am 6. September frei.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert