Jülich - Tag der Architektur: Flexibilität bei Neubau höchstes Gebot

Tag der Architektur: Flexibilität bei Neubau höchstes Gebot

Von: tm
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Zwei, die sich für Architektur interessieren: Frank Kirsch (Mitte) und Norbert Kohlmeier – hier vor der Fassade des Technischen Bereichs – haben einen Freund mitgebracht. Foto: Mauer

Jülich. „Wenn wir international Wissenschaftler nach Jülich ziehen möchten, müssen wir denen auch etwas bieten“, sagt Christian Langfeld. Zum Tag der Architektur (TdA) präsentierte das Forschungszentrum sechs Gebäude, die seit kurzem ihrer Nutzung übergeben wurden.

Einige interessierte Besucher nutzten die Gelegenheit, einen Blick auf Fassade und Inneneinrichtung zu werfen. Gerade das Forschungszentrum unterliegt dem Spannungsfeld aus kostengünstigem Bauen, flexiblem Planen und architektonischer Attraktivität in besonderem Maße.

„Geht man von einer Projektplanung von etwa sechs bis sieben Jahren aus und einer Bauzeit von ein bis zwei Jahren, so haben wir das große Problem, dass sich in dieser Zeit wissenschaftliche Erkenntnisse längst verändert haben“. Der Begriff der Flexibilität nimmt im FZJ einen hohen Stellenwert ein. „Wir haben ein Gebäude für ein Hochleistungsmikroskop planen müssen, das es zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch nicht gab.“

Die besonderen Herausforderungen beschreibt auch Architekt Martin Schläger, der das Photovoltaik-Technikum plante. „Ich habe mir das Umfeld angeschaut und bewusst eine äußere Form gewählt, die sich an die Umgebung anpasst.“ Nur das geübte Auge erkennt Feinheiten, die unter Kostendruck erforderlich waren.

Wichtig waren vor allem vorausschauende Strukturen, die problemlos Anpassungen zulassen. Seinen architektonischen Spielraum nutzte auch Christian Gremme beim Neubau für die Fusionforschung. Das Gebäude mit Verwaltungsbüros und zwei Laboren schließt einen Innenraum ein, der thematisch einen Bezug herstellt. „Kunst am Bau soll Ziele vermitteln“, betonte Langfeld. Dazu werden Wettbewerbe ausgeschrieben und der Nutzer mit einbezogen, wie Dr. Olaf Neubauer betonte.

Durchaus kritisch beäugten Frank Kirsch und Norbert Kohlmeier die Bauten. Die Motorradfahrer aus Kaarst verbanden berufliches Interesse und private Neugier mit einem Freizeittrip. Deren Auge nahm auch kaschierte Fugen war. „Da muss was schief gelaufen sein“, mutmaßten sie. Der „normale“ Besucher nahm diese Nuancen nicht wahr, zumal das technische Innenleben der Gebäude bestach. Dem stimmten auch der Ingenieur und der Archtitekt unumwunden zu.

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