„Synlight“ lockt Gäste aus aller Welt nach Jülich

Von: Guido Jansen
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Sie haben die künstliche Sonne gestartet: (v.l.) Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs, Bernhard Hoffschmidt (DLR), Georg Menzen (Bundeswirtschaftsministerium), Johannes Remmel (NRW-Umweltminister), Karsten Lemmer, Kai Wieghardt (DLR) und TZJ-Geschäftsführer Carlo Aretz. Foto: Guido Jansen
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Bernhard Hoffschmidt (l.) erklärt Georg Menzen den Aufbau der künstlichen Sonne. Foto: Guido Jansen

Jülich. Die Sonne ging auf. Und Josef Wirtz, CDU-Landtagsabgeordneter in seiner vorletzten Dienstwoche, murmelte nur: „Wahnsinn.“ Die Sonne, von der die Rede ist, ist die künstliche Sonne Synlight, die das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) aus Köln am Donnerstag an seiner Außenstelle im Jülicher Gewerbegebiet Königskamp vorgestellt hat. Und zwar vor der Weltöffentlichkeit.

Denn neben jeder Menge Gäste aus Wissenschaft und Politik aus der Region war auch eine ganze Heerschaar an Journalisten gekommen, um über die größte Forschungsanlage ihrer Art auf der Welt zu berichten. Ähnlich viele Medienvertreter waren zuletzt vor zwei Jahren in Jülich, als der Behälter des einstigen AVR-Versuchsreaktors auf dem Gelände des Forschungszentrums in sein Zwischenlager manövriert wurde.

So wie Wirtz ging es auch den meisten anderen Gästen in dem Moment, als im Beobachtungsraum des Neubaus, der die künstliche Sonne beherbergt, der massive Sichtschutz aus Metall zur Seite gefahren wurde und der Blick auf die 149 Scheinwerfer frei wurde, die Synlight bilden. Für einige Momente waren alle ruhig und die vom DLR, die die Sonne schon kannten, lächelten ob der erstaunten Gesichtsausdrücke. Die 14 mal 16 Meter große Scheinwerferwand verfehlt ihre Wirkung nicht. Das wurde auch deutlich, weil in der kommenden Stunde immer wieder Gäste die Gelegenheit nutzen, sich vor Synlight zu fotografieren.

„Ich bin unfassbar stolz, wir haben hier sehr viel geschafft“, sagte Bernhard Hoffschmidt, Professor und Leiter des DLR-Solarinstituts, der einer von zwei geistigen Väter von Synlight ist. Der andere ist Carlo Aretz, der Geschäftsführer des Technologiezentrums Jülich (TZJ). Das DLR mietet seit einigen Jahren Räume beim TZJ an. So läuft das jetzt auch mit dem Gebäude für die Sonne. Das TZJ hat es für 4,4 Millionen Euro gebaut, das DLR mietet sich langfristig ein. 7,9 Millionen Euro teuer war das gesamte Projekt, das von Land und Bund gefördert wird. „Für uns ist das ein willkommener Anlass, um uns weiterzuentwickeln“, erklärte Aretz. Mit viel internationalem Besuch sei zu rechnen, der in Zukunft wegen der weltweit einmaligen Anlage nach Jülich komme. Außerdem würde die Investition eine langfristige Partnerschaft mit dem DLR sichern.

Weiter betonte Aretz, dass ein Großteil der Arbeiten im Auftrag des TZJ an Unternehmen aus dem Kreis Düren vergeben worden seien. Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs lobte Aretz, betonte, dass der TZJ-Geschäftsführer bei der Vorstellung der Anlage eigentlich in der ersten Reihe stehen müsste. „Viele wichtige Kontakte kommen zustande und bleiben bestehen, weil sich die Partner in Jülich wohl fühlen. Da hat Carlo Aretz sehr viel mit zu tun“, sagte Fuchs.

In der ersten Reihe beim Empfang saß NRW-Umweltminister Johannes Remmel, der betonte, dass das DLR mit Synlight „in der Champions League der Solarforschung spiele“. „Diese Forschung hier in Jülich ist eine besondere Auszeichnung für ganz NRW.“ Remmel und Georg Menzen vom Bundeswirtschaftsministerium starteten Synlight per Knopfdruck. Zu Demonstrationszwecken wurden 30 der 149 Strahler auf eine Aluminiumplatte fokussiert. Innerhalb von zwei Minuten brannten die Lichtstrahlen ein Loch in die Platte. Löcher in Platten zu brennen, ist nicht der Zweck der Anlage. Die DLR-Forscher wollen an einem Verfahren arbeiten, Treibstoffe ohne Öl zu erzeugen und Materialien für die Luft- und Raumfahrt sowie für große Solar-Kraftwerke zu testen.

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