Sven Reichert ist jüngster Bürgermeister-Bewerber in Jülich

Von: -vpu-
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Sven Reichert. Foto: Uerlings

Jülich. Der jüngste Bewerber bei der Jülicher Bürgermeisterwahl am 13. September mit 26 Jahren heißt Sven Reichert. Der parteilose Einzelbewerber aus Kirchberg hat einen Plan B in der Tasche, falls er beim Urnengang keinen Erfolg haben sollte.

Er ist seit jüngerer Zeit Ga­stronom in der City und baut hier parallel eine Zukunftslösung auf, wenn ihm der Chefsessel in der Jülicher Verwaltung verwehrt bleiben sollte.

Da schossen gleich Gerüchte ins Kraut, denen Reichert so begegnet: „Ich sehe mich bei der Wahl als Außenseiter.“ Bevor er sich also eine Chance verbaut, fährt er zweigleisig. Kommt es anders, dann findet sich laut Reichert für das Lokal, das er gepachtet hat („Zum Franziskaner“), eine „Geschäftsführer-Lösung“.

Sven Reichert hatte in der Vergangenheit schon Gastronomie-Projekte in Jülich geplant, die „aber nicht realisiert werden konnten, das wurde vom Ordnungsamt abgelehnt“. Das waren aus seiner Sicht wenig angenehme Situationen, in denen er das erste Mal darüber nachdachte, bei der Bürgermeister-Wahl anzutreten. „Das sind für mich Bereiche, in denen ein Bürgermeister Einfluss hat. Ansonsten entscheidet doch meist die Politik.“

Sven Reichert will die Stadtverwaltung „umstrukturieren“. Dort müsse, so der Kandidat, wesentlich schneller reagiert werden: „Anliegen von Bürgern müssen innerhalb von 24 Stunden beantwortet werden. Und wenn es nur eine Informationsnachricht ist, dass das Anliegen in Bearbeitung ist.“ Das sei heute eine Selbstverständlichkeit – wie auch die Einbeziehung digitaler und sozialer Medien. Er will im Jülicher Rathaus die Ursachen suchen, die zum Beispiel zu hohen Krankenständen führen.

Reichert traut sich die Personalführung zu und will ganz bewusst Verantwortung delegieren. Bei den repräsentativen Aufgaben eines Bürgermeisters sieht er bei sich selbst ehrlich Nachholbedarf: „Ich bin jung und muss noch Erfahrungen sammeln. Aber Bürgermeister war von den anderen auch noch keiner.“ Bis auf „wenige Wochen UWG“ war der Kandidat noch nicht politisch tätig und hält es „für besser, politisch unbefangen die Verwaltung von außen zu betrachten“.

In seinen Vorstellungen spielt die direkte und indirekte Bürgerbeteiligung eine Rolle – auch wenn sein Vorschlag, pro 300 Bürger-Unterschriften oder -Meinungsbekundungen der Jülicher Bürgerschaft jeweils eine zusätzliche Stimme in Rat und Ausschüssen einzuräumen, rechtlich nicht umsetzbar sein wird.

Der 26-Jährige hält den Ansatz, die Jülicher Finanzlage über Einnahmesteigerungen zu verbessern, für richtig. „Bei Ausgaben zu sparen ist der falsche Weg.“ Mehreinnahmen könnten über das geplante neue Gewerbegebiet, aber auch über ein neues Baugebiet gelingen. Sehr konkret wird Reichert bei seinen Vorstellungen zum Brückenkopf-Park: „Ich würde dem Park den vorderen Bereich Stadtgarten entreißen, um ihn frei zugänglich zu machen. Dort könnte es Grillplätze, eine Außengastronomie, Konzerte und Veranstaltungen geben.“ Reichert sieht zudem grundsätzlich Handlungsbedarf, um Jülich wieder familienfreundlicher zu machen.

Sven Reichert ist 26 Jahre alt und ledig. Der Einzelbewerber bei der Wahl hat eine kaufmännische Ausbildung absolviert und sich zum geprüften Wirtschaftsfachwirt weitergebildet. Aktuell arbeitet er als Gastronom.

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