Jülich - Summer School: Jury ist von allen Gruppen beeindruckt

Summer School: Jury ist von allen Gruppen beeindruckt

Von: Mira Otto
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Innerhalb der Sommerschule zum Thema erneuerbare Energien hielten die Teilnehmer vor einer Jury ihre abschließenden Vorträge. Foto: Mira Otto

Jülich. Zum Ende der 31. Summer School des Solar-Instituts der FH-Aachen in Jülich präsentierten die über 40 Teilnehmer ihre Ergebnisse.

Zuvor hatten sie innerhalb des Projektes Zukunftswerkstatt nach Wegen gesucht, inwiefern erneuerbare Energien in den deutschen Versorgungshaushalt eingebettet werden können.

Bewertet wurden die Vorträge von einer dreiköpfigen Jury. Die bestand aus Iris Witt, der Geschäftsführerin der Heinrich-Böll-Stiftung, Tobias Jaletzky, Geschäftsführer von Eurosolar, und Rüdiger Urban, einem ehemaligen Referenten im Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW.

Sichtlich nervös gingen die Kandidaten des Wettstreits noch ein letztes Mal ihre Notizen durch, bevor es an die Vorstellung der erarbeiteten Innovationsvorschläge der insgesamt sechs Gruppen ging. Dabei war ein häufig genannter Aspekt die verbrauchernahe Erzeugung von Strom, denn Energietransport ohne Verluste ist nicht möglich.

Die dritte Gruppe der Vortragsreihe, die aus Tobias Cueni, Levin Rediger, Gustavo Ardaya, Carlaluisa Di Pumpo, Doro Eue, Markus Greschus und Charles Fotio M’Bohou bestand, schlug zu dieser Problematik vor, dass Stadtbezirke eine Zelle bilden sollen. In dieser Zelle könne in einem kleineren Rahmen die Energiewende mit erneuerbaren Energien, elektronischer Mobilität oder einem Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel erfolgen.

Sobald sich dieses System verbreitet habe, könnte man die Zellen miteinander verbinden, um Energieüberschüsse weiterzuleiten oder bei einer Unterversorgung Strom anderer Zellen zu erhalten.

„Wir müssen erst kleinere Einheiten erreichen, um dann mit der Zeit flächendeckend auf erneuerbare Energien umsteigen zu können“, begründeten die Teilnehmer ihre Gedankengänge.

Den Einwand Rüdiger Urbans, dass „eventuell nicht jeder in einer solchen Zelle leben möchte und darüber hinaus jeder Energiegroßkonzern die Zelle wieder übernehmen kann“, brach eine hitzige Diskussion aus. Auch aus dem Zuschauerraum, der durch die anderen Teilnehmergruppen besetzt war und damit eigentlich die Konkurrenz der vortragenden Gruppe darstellte, kam die Erwiderung: „Es kann auch jeder Einzelne zur Zelle werden und sich selbst, beispielsweise durch Solaranlangen, mit erneuerbaren Energien versorgen.“

Die nachfolgende Gruppe schloss sich der verbrauchernahen Stromproduktion mittels erneuerbarer Energien an. „Dabei können wir Elektroautos als Stromspeicher nutzen und Waschmaschinen sollten in den Häusern nur dann in Betrieb gehen, wenn Stromüberfluss besteht“, ließ die Gruppe weitere Lösungen hin zu einer effizienten Energienutzung verlauten.

Ein weiteres, viel diskutiertes Thema, war die Suffizienz – also ein möglichst energieschonendes und nachhaltiges Konsumverhalten der Bevölkerung, da die Energieerzeugung der Versorgungskonzerne wird immer effektiver werde.

„Durch Effizenzsteigerungen können die Kosten für Strom sinken. Dadurch ändern Teile der Bevölkerung ihr Verhalten und nutzen mehr Energie“, gab eine der Gruppen zu bedenken, welche den Vortrag hielt: „Suffizienz in der Energieversorgung – Wie passen steigende Effizienz und steigender Strombedarf zusammen?“ Dies stehe einem verantwortungsvollen Energieverbrauch, der gut für die Umwelt ist, entgegen.

„Hier brachen wir Politiker, die den Begriff Suffizienz endlich anpackt“, sagte Rüdiger Urban nach dem Beitrag.

Schließlich trat Jurorin Iris Witt nach vorne, um die Bewertungen bekannt zu geben, und sagte für alle Beteiligten überraschend: „Wir sind von allen Gruppen beeindruckt und vergeben deswegen keine Platzierungen.“

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