Sturm fegt über die Region hinweg

Von: red/dpa
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Der Media Markt in Eschweiler ist seit 11.30 Uhr gesperrt: Der Werbeplyon auf dem Dach droht aufgrund des Sturms herunterzustürzen. Foto: Patrick Nowicki.

Region. Der Sturm, der seit der Nacht über die Region hinwegfegt, hat bei Polizei und Feuerwehr zu vielen Einsätzen geführt. Dabei ging es mehr um herabgefallene Äste, umgestürzte Baustellenabgrenzungen, umgekippte Verkehrszeichen und herumfliegende Mülltonnen.

Die Sturmböen erreichten laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes eine Stärke von 10. In Baesweiler lösten sich gegen 9 Uhr in der Straße „In der Schaaf” mehrere Ziegelsteine von einem Dach und schlugen ein Loch in die Heckscheibe eines Autos.

In Würselen stürzte ein Verkehrszeichen auf ein Auto, das in der Straße „Am Mühlenhaus” geparkt war. In Alsdorf kippte gegen 5.30 Uhr auf der Broicher Straße ein Baum um. Er wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Alsdorf mit der Kettensäge zerkleinert und abtransportiert.

Gegen 9.30 Uhr fiel ein weiterer Baum auf ein Auto nahe der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in der Straße „Am Klött”. Auch hier rückte die Feuerwehr an, um das beschädigte Auto freizuräumen.

Eine Viertelstunde zuvor waren die Einsatzkräfte in den Annapark zum Maschinenhaus ausgerückt. Dort hatten sich Teile der Zinkabdeckung und der Regenrinne gelöst und drohten herabzufallen. Das Dach wurde über eine Drehleiter provisorisch abgedeckt.

Auf der Landstraße 240 in Alsdorf stürzte gegen 5.25 Uhr ein nicht beladener Hänger eines Sattelschleppers um. Der Fahrer wurde leicht verletzt und musste ins Krankenhaus. Die Polizei ließ den Lkw abschleppen und sperrte die Fahrbahn bis 9.10 Uhr.

Auch in der Alsdorfer Innenstadt hinterließ der Sturm seine Spuren. Eine Ampel am Kurt-Koblitz-Ring wurde verbogen, die Weihnachtsbäume in der Innenstadt, besonders am Denkmalplatz und Luisenplatz, gerieten in deutliche Schieflage.

Für den städtischen Gärtnermeister Johannes Korall besteht jedoch kein Grund zur Besorgnis. „Die sehen zwar jetzt nicht mehr so schön aus, aber die stehen bombenfest”, versichert Korall. „Zur Not müssen wir sie noch einmal nachkeilen.”

Stadtpressesprecher Klaus Mingers erinnerte derweil daran, dass die Stadt für Schäden an Privatgrundstücken nicht zuständig ist: „Für herunterfallende Dachziegel sind die Hauseigentümer selbst verantwortlich.”

In Aachen durchschlugen herabfallende Äste die Scheiben von zwei geparkten Autos. Verletzte gab es keine. Im Kurpark hinter dem Eurogress stürzte ein Baum auf ein Grundstück und eine Garageneinfahrt. Auch in der Marienstraße kippte ein Baum um.

In Simmerath in der Eifel landeten Baumteile auf der Fahrbahn. In Stolberg fielen auf der Höhenstraße Fassadenteile eines Hauses auf die Fahrbahn. Am Breiniger Berg knickte ein Fahnenmast um und landete auf der Fahrbahn.

Der Media Markt in Eschweiler blieb ab 11.30 Uhr wegen des Sturms gesperrt. Der Werbepylon auf dem Dach drehte sich und drohte umzustürzen. Die umliegenden Straßen wurden gesperrt. Ob der Elektronikmarkt und die umliegenden Geschäfte wieder öffnen können, soll sich erst am Mittwochmorgen entscheiden.

Auf der Bundesstraße 56 zwischen Freialdenhoven und Dürboslar kam es durch den Sturm zu einem Unfall, bei dem der Anhänger eines Lkws von einer Böe erfasst wurde. Dadurch kam es zum Zusammenprall mit einem entgegenkommenden Fahrzeug. Der Unfallverursacher beging Fahrerflucht und wird von der Polizei gesucht.

Der Mann soll etwa 50 bis 55 Jahre alt sein. Er fährt einen 7,5-Tonner mit blauer Plane sowie einen Anhänger mit Doppelachse, dessen Plane ebenfalls blau ist und durch den Zusammenprall beschädigt wurde.

Auf einer Bundesstraße in der Nähe von Heinsberg kippte ein mit Styropor beladener Lkw-Anhänger um und blockierte die Straße - mitten im Berufsverkehr.

Nicht nur die Region, ganz Nordrhein-Westfalen war von den Auswirkungen von Sturmtief „Hergen” betroffen. Bei Bonn stürzte ein Baum auf Bahngleise und legte die wichtige Zugstrecke zwischen Köln und Koblenz am Vormittag für eine Stunde lahm. „23 Züge waren verspätet”, sagte ein Bahnsprecher.

Betroffen waren auch zehn Intercitys und ICE. „Vier Züge mussten umgeleitet werden; sieben Züge erhielten Teilausfälle”, berichtete die Bundespolizei in Köln. Ihr zufolge betrug die Verspätung zusammengerechnet 670 Minuten. Zwischen Bonn und Bornheim setzte die Bahn Busse ein.

Es gilt weiterhin, die Regenschirme gut festzuhalten: In den nächsten Tagen bleibt es stürmisch. Am Mittwochmittag frischt der Wind auf und erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 80 oder 90 Kilometern pro Stunde, teilte der Wetterdienst Meteomedia in Bochum mit. Das entspricht Windstärke 9.

Gelegentlich fällt Regen, vereinzelt gibt es auch Graupelschauer oder Gewitter. Auch für den Rest der Woche rechnen die Meteorologen mit kräftigem Wind.
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