Strolche rocken im KuBa auf „Wonderwall”

Von: ptj
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Gitarrist Klaus Schweizer zeig
Gitarrist Klaus Schweizer zeigt einem „Kulturstrolch” den Barrégriff. Foto: Jagodzinska

Jülich. Welldorfer Grundschüler bewegten sich im KuBa begeistert zur Musik, die DJ Chris Flücken auflegte. Sie versuchten sich an der E-Gitarre von Klaus Schweizer und ließen sich von Schlagzeuglehrer Darius Huppertz anleiten, richtig zu drummen - und das alles, während andere Schüler im Unterricht paukten.

Dahinter steckt das Projekt „Kulturstrolche in Nordrhein-Westfalen”, drei Jahre lang Modellprojekt des Dezernats für Schule, Kultur und Sport der Stadt Münster. Dann übernahm das Kultursekretariat NRW Gütersloh die Projektidee und das Design und initiierte die Verbreitung. Seit 2011 fördert auch das NRW Kultursekretariat Wuppertal das Projekt in seinen Mitgliedskommunen.

Ein Blick hinter die Kulissen

In der Partnerstadt Jülich kümmert sich Christoph Klemens vom Kulturbüro um die Umsetzung. Künstler und Kulturinstitutionen wie der Kulturbahnhof öffnen ihre Pforten und laden „Kulturstrolche” vom zweiten bis zum vierten Schuljahr ein, hinter die Kulissen zu blicken, selbst auszuprobieren, was ihren Neigungen entspricht. In Gruppen aufgeteilt, wurden die Grundschüler durchs Haus geführt.

Kuba-Leiter Cornel Cremer hatte vier Stationen im Angebot: Im Kleinen Saal beobachteten die Kids eine Theaterprobe der „Bühne 80”. Zunächst informierten die Schauspieler Claudia Cormann-Wiersch und Rudi Muschalek ihre kleinen Besuchern über das Theater und erfragten kindgerecht Begriffe wie Schauspieler, Souffleur oder Requisiten.

Loriot-Sketch

Dann führten sie den urkomischen Loriot-Sketch „Das Ei” vor, der nur für sie geschrieben schien. Um die eingeplante Zeit auszunutzen, schlugen sie vor, das Stück noch einmal zu spielen, vielleicht mit vertauschten Rollen oder „durchgeknallter”.

Keine Frage, die begeisterten Kids entschieden sich für letztere Möglichkeit. Hier zeigte sich das wahre schauspielerische Talent der Darsteller, die aus dem Stegreif eine tolle Inszenierung zeigten, mit einer angetrunken scheinenden Cormann-Wiersch und einem leicht wahnsinnig anmutenden Muschalek.

Filmstreifen

Weiter ging es zum Kino. Techniker Klaus Kraft präsentierte die Kisten, in denen die durchnumerierten Filme immer donnerstags in Filmdosen angeliefert werden. Jedes Kind bekam einen Filmstreifen in die Hand. Automatisch hielten die Schüler diesen gegen das Licht, um zu sehen, was drauf ist.

Die Filme werden, in kleinen Rollen angeliefert, mit Tesastreifen aneinander geklebt und aufgespult, wie Kraft es demonstrierte. Neben den Bildern aus „Wickie auf großer Fahrt” sahen sie am Rand blaue Streifen mit weißen Strichen, die vom neuen 35 Millimeterw Kino-Projektor, Modell Ernemann 9, abgetastet und über die Boxen im Dolby Surround Sound ausgestrahlt werden.

Der neue Projektor in einem mobilen Wagen wurde im großen Saal in Augenschein genommen. Auf Fragen nach einem Wechsel auf digitale Technik bemerkte Klemens, die Verleiher haben den kleinen Kinos eine Belieferung für weitere sieben bis acht Jahre zugesichert. Vor diesem Hintergrund habe sich der Kauf des neuen Projektors gelohnt. Der Knaller für die Strolche war im Anschluss die Disco am Mischpult vom KuBa-DJ Chris, der ihnen Funktionen erklärte und Songs auflegte, zu denen die Kleinen abtanzten.

Im Probekeller spielten Gitarrist Klaus und Schlagzeuger Dario gerne nach Wunsch der Kinder, zu deren Präferenzen „Wonderwall” von der britischen Band Oasis zählte. „Habt ihr lieber rockige oder ruhigere Stücke?”, wollten die Musiker wissen. Natürlich lautet die Antwort rockig, obwohl sich die Kinder bei der Lautstärke zunächst die Ohren zuhielten.

Für viele schien es der Höhepunkt gewesen zu sein, selber die Saiten der E-Gitarre zu schlagen oder die Schlagstöcke in die Hand zu nehmen. „Es war toll”, darüber waren sich Kinder und begleitende Lehrer einig.
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