„Strohmanes“ hört auf Joannis und Reiner

Von: ptj
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Einzug in römischer Kleidung: Das Tauftrifolium (v.l.) Pate Reiner Winters, Täufer Professor Wolfgang Marquardt, Pate Professor Harald Bolt mit KG-Präsident Dirk Lausberg. Foto: Jagodzinska

Selgersdorf. „Salvete, ego Imperator sum“ (Seid gegrüßt, ich bin der Imperator). Mit diesen Worten begrüßte FZJ-Vorstandsvorsitzender Professor Wolfgang Marquardt als Täufer des „Strohmanes“ die feiernden Jecken im Festzelt der KG Strohmänner.

Mit den beiden Täufern, seinem „Konsul Haraldius Boltus“ und „Volkstribun Reiner Winteris“ war er, natürlich in römischer Bekleidung, „aus dem benachbarten Lager der Forscher und Denker gekommen, um die Freundschaft zu den närrischen Nachbarn zu pflegen“.

Über die Entstehungsgeschichte des Forschungszentrums klärte er bei dieser Gelegenheit gleich auch auf. Kein Geringerer als Jülich Cäsar habe nämlich vor genau 2060 Jahren auf seinen Streifzügen durch Germanien im Stetternicher Forst sein Lager aufgeschlagen und befohlen, dort ein Forschungszentrum aufzubauen. Hintergrund waren Behauptungen eines alten Griechen über die Existenz eines Atoms, „aus dem alles gemacht ist“. Obwohl „wir mit dem Atom so gut wie durch sind“, werde in der Anlage noch heute geforscht.

Jeweils in augenzwinkerndem Latein mit anschließender deutscher Übersetzung verkündeten nun Professor Harald Bolt und Reiner Winters die Taufnamen – Joannis und Reiner. Ersterer wurde in der ehrwürdigen römischen „Klüngelstadt“ Köln geboren und mit echtem Rheinwasser getauft. Er studierte die „Funktion von Maschinen in der Provinz Aachen“, wanderte aus „in das Land der aufgehenden Sonne“ (Japan), kehrte zu den Muttkrate zurück und wurde „in den Schoß der Jülicher Wissenschaft aufgenommen“.

Winters, der als einziger aus dem Trifolium die rote Nase aufgesetzt hatte, outete sich sogleich als das „karnevalistische Urgestein“, als den ihn Präsident Dirk Lausberg eingangs vorgestellt hatte. Winters verlieh dem Strohmanes den Taufnahmen Reiner. Dieser sei in Lich-Steinstraß und Selgersdorf beheimatet, „frühzeitig vertrieben durch die schwarz-braunen Klütten, aufgenommen im Zentrum der Wissenschaft hinterm Zaun und oftmals von seinen Herrschern mit Aufgaben betraut, die sonst keiner haben will“.

Der Pate, der „den rheinischen Frohsinn per Muttermilch und Maiblömchenduft aufgesogen“ habe, reite als St. Martin und sei dem „ersten großen Kölner Fußballclub wohlgesonnen“ – wiederholt betonte er „6:1“, das Super-Ergebnis des 1. FC Köln gegen Darmstadt. Ferner bevorzuge Winter „das gebraute kölnische Wasser aus dünnen langen Gläsern“ und werde in „naher Zukunft ohne zu arbeiten durch den Staat unterstützt“, eine Tatsache, die ihm ebenfalls mehrere Wiederholungen wert war.

Die Taufansprachen besiegelte Marquardt mit einem Umschlag voller „Pecunia“ (Geld), das ja bekanntlich „non olet“ (nicht stinkt). „Ja, der Jong hätt es geschaff. Et is natürlich och wichtig, wer den Jung döfft“, hatte Lausberg eingangs betont und das Täuferdreigestirn mit all seinen Verdiensten und Auszeichnungen vorgestellt. Nicht ohne Stolz schilderte er den Jecken, wie die Zusage von Täufer und Paten im vergangenen Jahr beim traditionellen Besuch der KG im Forschungszentrum zustande gekommen war. „Wie erwartet“ sei die Anfrage freudig angenommen worden.

Lausberg und KG-Geschäftsführer Dietmar Krauthausen setzten dem Täuferdreigestirn seine traditionellen rot-blauen Kappen auf, bevor die Zeremonie vollzogen wurde und alle Akteure auf der Bühne mit einem Becher klaren Schnaps darauf anstießen.

Vor dem Taufakt zeigten die süßen „Strohpüppchen“ als „Zukunft der KG „Strohmänner“ ihr Können, nach dem Akt schwang die Tuchgruppe schwungvoll Beine und Hüften, während das Trifolium am Bühnenrand den Neugetauften tanzen ließ.

Den ganzen Tag lang feierten die jecken „Strohmänner“ mit 15 befreundeten Karnevalsgesellschaften, den vereinseigenen Tanzgarden und der Jülicher Stadtgarde das große Ereignis mit viel Freude bei guter Stimmung – getreu der Aufschrift im Bühnenhintergrund: „Ob nah – ob fern, hee fiere mir järn“.

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