Streit unter Nachbarn droht bei Oktoberfest

Von: hfs.
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Erstmals eröffnete Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs (l.) mit dem Fassanstich das Oktoberfest in Lich-Steinstraß, das zum 17. Mal gefeiert wurde und zu dem die Organisatoren weit über 1200 Gäste begrüßten. Foto: hfs.

Jülich. Dass Karneval im Rheinland gelebtes Brauchtum ist, weiß wohl jeder. Dass auch Oktoberfeste in hiesigen Gefilden mittlerweile zu Brauchtumsfesten geworden sind, kann ebenfalls festgestellt werden. Dass zwischen diesem und jenem „Brauchtum“ aber Unterschiede bestehen, muss einmal gesagt werden.

Alleine schon von der Aufmachung der Besucher her. Sind im ersten Fall Kostüme angesagt, herrscht im zweiten Fall bei den Gästen die Tracht vor. Wie etwa bei der 17. Auflage des Lich-Steinstraßer Oktoberfestes, das zum ersten Mal von Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs mit dem traditionellen Bieranstich eröffnet wurde.

Dass er insgesamt vier Schläge brauchte, um den Spunthahn in das erstmals von der bayerischen Brauerei spendierte 50-Liter-Holzfass zu schlagen, wurde ihm verziehen. Dass er aber bei der Begrüßung von vielen „tollen Kostümen, die ich sehe“ sprach, nahmen ihm nicht wenige Besucher übel. Ansonsten aber sah man ihm die Freude an, dass er das größte Oktoberfest in der hiesigen Region eröffnen durfte.

Mit dem Lich-Steinstraßer Ortsvorsteher Peter Wilden und assistiert vom CDU-Landtagsabgeordneten Josef Wirtz. Wilden dankte den Organisatoren des Oktoberfestes – dieses war vor 17 Jahren von der Heubockband aus einer Laune heraus ins Leben gerufen worden – für die „vielen Stunden geopferte Freizeit, die man in die Vorbereitung gesteckt hat“. Danach wurde es gleich bayerisch-zünftig. Mit Blasmusik wurden die Gäste im riesigen Festzelt von der Coverband „Schachmatt“ unterhalten. Die fand gleich mit ihren Liedern und musikalischen Darbietungen den Kontakt zum feierfreudigen Publikum. Bis in die frühen Morgenstunden, die für die Organisatoren mit einer sehr kurzen Nacht endete, schließlich stand tags darauf der Frühschoppen an.

Mit der „Ellener Dorfmusik“ und einem bayerischen Meisterschaftswettbewerb, zu dem sich viele Gruppen angemeldet hatten, zur Gaudi der Besucher. Auch die Interessengemeinschaft als Ausrichter zeigte sich zufrieden mit der 17. Auflage, dem im kommenden Jahr die 18. folgen wird. Ob dann der angestammte Termin am vorletzten Oktoberwochenende eingehalten werden kann, ist zurzeit noch fraglich, denn hinter den Kulissen scheint es zu einem Interessenkonflikt mit den Ausrichtern des Stetternicher Oktoberfestes zu kommen.

Terminkollision vermeiden

Die KG „Schanzeremmele“ als Organisator in Stetternich hat jetzt schon den Samstag, 21. Oktober, für ihr Oktoberfest auserkoren. Ausgerechnet den Lich-Steinstraßer-Termin, denn das Oktoberfest in Stetternich wurde bisher stets eine Woche vor dem im benachbarten Lich-Steinstraß begangen.

Wie die IG aus Lich-Steinstraß darauf reagieren wird, werden die kommenden Tage zeigen. „Vielleicht bleiben wir ja bei unserem Termin. Dann werden wir ja sehen, wer den meisten Zuspruch hat“, heißt es hinter vorgehaltener Hand im Möhnewinkel. Willi Joder, Sitzungspräsident der KG „Schanzeremmele“, reagierte auf diese Terminkollison sehr überrascht. „Dies ist mir völlig neu. Ich bin fassungslos. Wir können uns doch nicht gegenseitig kaputt machen. Darüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen worden“, reagierte er ernüchtert. Und ließ gleich die Telefondrähte glühen.

Mit seiner Feststellung, dass man sich in Stetternich daran erinnert, dass, so Joder, „einmal die Absprache getroffen wurde, dass wir am dritten, die Steinstraßer am vierten Wochenende zum Oktoberfest einladen“. Wenn dem so ist, dann stünde im kommenden Jahr beiden Veranstaltungen nichts im Wege. Zweimal „O‘zapft is“ durch Bürgermeister Axel Fuchs. Vielleicht ja dann sogar in der Krachledernen?

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