Streit um Gesamtschule: „Jülich will Pfründe bewahren”

Von: gep
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Aldenhoven. Im Streit um eine Gesamtschule im Nordkreis weisen die Fraktionen im Aldenhovener Gemeinderat, die dieses Projekt verfolgen, die Vorhaltungen aus den Nachbarkommen zurück.

Jülich wolle die „Pfründe, die sie haben, bewahren”, sagt der Vorsitzende der Aldenhovener SPD-Fraktion, Udo Wassenhoven, unter Verweis auf die mittlerweile vier Oberstufen in der Stadt. Diese könnten aber nur dank der Schüler auch aus Aldenhoven und Linnich existieren. Auch der Fraktionsvorsitzende der Freien Wählergemeinschaft (FWG) betont die „Abhängigkeit” der Schulstadt Jülich vom Umland.

Daher ließe sich durchaus die berechtigte Frage stellen, ob Jülich in früheren Jahren in der Schulpolitik am Bedarf vorbei geplant habe. Und die Einlassungen des Bürgermeisters der Gemeinde Titz, Jürgen Frantzen, bezeichnet er als schlicht „unsachlich”. Frantzen „ärgert sich, dass er mit Linnich nicht zurechtgekommen ist”.

Zunächst hatten Titz und Linnich geplant, gemeinsam eine Gemeinschaftschule (Klassen 5 bis 10) zu errichten. Daraus wurde nichts. Jetzt muss die Landgemeinde angesichts schwindender Schülerzahlen um den Fortbestand ihrer Hauptschule bangen.

Wassenhoven verweist auf die Ergebnisse der Elternbefragung in Aldenhoven und Linnich. 241 Eltern von Dritt- und Viertklässlern hatten sich für eine Gesamtschule ausgesprochen, hochgerechnet wollen 172 Eltern ihr Kind an der Schule, die die Klassen 5 bis 13 umfasst, anmelden. „Das ist”, so der Freialdenhovener Sozialdemokrat, „ein klarer Auftrag”. Und „der Elternwille ist mir wichtiger als die Bedenken der Nachbarkommunen”. Und damit sei auch Beweis erbracht, dass Aldenhoven und Linnich eine Gesamtschule „aus eigener Kraft stemmen” könnten. Die Kritiker sollten „sich in unsere Lage versetzen. Wie würden sie handeln?”, fragt Wassenhoven. Auch Froning fordert von den Nachbarkommunen, „den Elternwillen zu respektieren” und der habe sich „deutlicher als erwartet” artikuliert. „Wir gehen unseren Weg”, betont auch der Fraktionsvorsitzende der Freien Liberalen (F-L), Willi Zander. Mit einer Sekundarschule Aldenhoven/Linnich mit den Klassen 5 bis 10 sei „jedenfalls keine Schule zu machen”, denn dafür seien die Schülerzahlen in beiden Kommunen zu gering. Eine Gesamtschule sei „die einzige Möglichkeit”, auch weiterhin weiterführenden Unterricht vor Ort zu gewährleisten.

„Unglücklich” (Wassenhoven), „nicht nachvollziehbar” (Froning) und „sehr ungeschickt” (Zander) sei die Weigerung aus Jülich und Titz, auf Vorschlag des Bundestagsabgeordneten Dietmar Nietan (SPD) an einem inoffiziellen Vermittlungsgespräch unter der Leitung der Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken teilzunehmen. Damit, so Zander, werde es „keine gütliche Einigung” geben.

Wassenhoven „hat sehr große Hoffnungen”, dass im Genehmigungsverfahren mit „Zwangsmoderation” durch die Bezirksregierung das Gesamtschul-Projekt „so durchkommen” wird. Froning kann zudem im Umland „keine breite Abwehrfront” erkennen. Die Stadt Übach-Palenberg mit ihrer Gesamtschule habe etwa „keine Einwände” geäußert. Er sieht dagegen „die ewigen Gegner” der Gesamtschule mit „politischer Meinungsmache” am Werk.

Zander fordert die CDU in Aldenhoven und Linnich auf, die „sich in der Sache klar ins Abseits gestellt” hätten, „ins Boot zu kommen”. Die Christdemokraten „sollen jetzt mitmachen und nicht weiter taktieren”.
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