Streit um Amerikanische Bestattungen in Aldenhoven

Von: gep
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Aldenhoven. Die Aldenhovener CDU lässt nicht locker bei Amerikanischen Bestattungen.

Die Gebühren für Rasenreihengräber auf den Friedhöfen in Niedermerz und Siersdorf sind viel zu hoch kalkuliert. Diese Einschätzung hat der Fraktionsvorsitzende Reinhard Paffen auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates mit einem noch ausführlicheren Kostenvergleich mit Nachbarkommunen untermauert. Statt 3540 Euro Zuteilungsgebühr für ein Grab hält er 1450 Euro für angemessen, statt 720 Euro Bestattungsgebühr seien 650 Euro angebracht.

Warum es diese eklatanten Gebührenunterschiede gibt, dafür hatte Bürgermeister Lothar Tertel schon eine mutmaßliche Erklärung. In die Gebühr sind 2000 Euro für die Rasenpflege über 30 Jahre eingepreist, pro Jahr sind dies 66,67 Euro. Bei den Nachbarkommunen werde dieser Kostenansatz offenbar in die allgemeinen Friedhofskosten eingerechnet, als nicht dem einzelnen Grabnutzer zugerechnet. Baudezernentin Anita Klotz beharrte darauf, dass die Kostenermittlung für Amerikanische Bestattungen auf einer Systematik beruhe, wie sie seit mindestens 1999 in der Gemeinde praktiziert werde, um die geforderte Kostendeckung zu gewährleisten. „Es gibt einen Aufwand, den wir nachweisen können.”

Laut Paffen herrscht in der Bevölkerung schon längst Unmut über die Kostenrechnung im Rathaus vor. „In Siersdorf haben wir schon Prügel bekommen.” Es habe auch schon Bekundungen gegeben, sich in einer Nachbargemeinde beerdigen zu lassen. „Das ist anderswo kostengünstiger.”

Sicher, so der CDU-Vormann, habe jede Kommune „ihre eigenen Besonderheiten”. Aber in einem geschlossenen System, in dem die Gebühren die Ausgaben abdecken müssen, „kann es doch nur marginale Unterschiede geben”. Als Vergleichsmaßstab zieht Paffen die Stadt Linnich und die Gemeinde Inden heran, „die uns von der Lage Größe und Struktur am nächsten kommen”. Basis ist die Zuteilungsgebühr für ein Kindergrab, das dort 215 bzw. 250 Euro kostet und den Gewichtungsfaktor F = 1 erhält. Es folgt das Reihengrab, das mit 323 Euro bzw. 300 Euro den F 1,5 bzw. 1,2 erhält. Ein Wahlgrab zu 1 292 bzw. 1350 Euro hat den F 6 bzw. 5,4. Beim Rasenreihengrab (1161 bzw. 1290 Euro) liegt der F bei 5,4 bzw. 5,2.

Hieraus lasse sich, so Paffen, bei diesen beiden Kommunen „eine hochgradige und durchgängige Übereinstimmung” feststellen. In Aldenhoven koste Kindergrab 250 Euro (F = 1), ein Reihengrab 620 Euro ( F = 2,5), ein Wahlgrab 1490 Euro ( F = 6), ein Rasenreihengrab aber koste 3540 Euro, das entspreche F = 14,2. Paffen: „Dieser totale Ausreißer ist nicht hinnehmbar.” Auch bei den restlichen zwölf Kommunen im Kreis ergebe sich, sofern dort Amerikanische Bestattungen schon möglich sind, ein ähnliches Bild, was die einzeln Bestattungsformen betreffe, hier ergebe sich für Rasenreihengräber ein Durchschnittsfaktor von 5,5.

Paffen: „Liegen alle 14 Kommunen falsch, und nur unsere Verwaltung hat alles richtig gemacht?” Um der „Gebührengerechtigkeit” und „Sozialverträglichkeit” zu genügen, fordert die Union, in der Friedhofsgebührensatzung für die Grabzuteilung 1450 Euro festzulegen und die Bestattungsgebühr bei 720 Euro zu belassen.
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