Streetfood-Festival: Schwarzlarvenkäfer an Ingwer und Chili

Von: ptj
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Großer Andrang in der Innenstadt: Kaum ein Platz ist an den zahlreichen Tischen wie hier neben der Propsteikirche oder auf dem Marktplatz zu finden. Foto: Jagodzinska
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Nicht jedermanns Sache: Eine Portion „Krabbel Allerlei“. Foto: Jagodzinska

Jülich. Wüstenheuschrecke und Mittelmeergrillen würzt Insektenkoch Frank Ochmann mit Kräuteröl und Knoblauch, Erstere verträgt zudem eine Prise Chili. Mehlwürmer reicht er mit Meersalz und Limette, Schwarzkäferlarven mit Ingwer und Chili. Wer alles probieren mochte, bestellte eine Portion „Krabbel Allerlei“.

Wie schmecken die in der Pfanne zubereiteten Insekten? „Ein bisschen knackig, aber nicht eklig“, so beschrieb Peter Hüvelmann die gemischte Portion Krabbeltiere, die er, wie viele andere Besucher auch, als Premiere auf dem ersten Jülicher Street Food Festival bestellte.

Bereits am Freitagabend herrschte bei warmem Wetter reges Leben auf dem Markt- und Kirchplatz. Sitzplätze waren Mangelware auf den langen Bänken vor den zum Teil poppig aufgemachten 32 Foodtrucks und Garküchen. Die auf den ersten Blick längste Warteschlange formierte sich vor dem „Event Catering BBQ“.

Viele Besucher verlangte es also nach Cherry Bomb Ribs, Cherry Pork Steak Burger oder Pulled Pork Burger – schonend zubereitet nach der „low and slow“ Garmethode. Dicht an dicht saßen die Gäste an den gelb gedeckten Tischen unter gleichfarbigen Sonnenschirmen vor dem gelben „Lupo's“ Bus, der mit „heavenly salads“ (himmlischen Salaten) und „hellish burger“ (höllischen Burgern) lockte.

Sehr beliebt schienen aber auch Gözleme, die dünnen, gefüllten türkischen Fladenbrote, oft mit vegetarischer Füllung, oder die zu einem kunstvollen Turm aufgeschichteten Kartoffeltwister. Auch handgeschnittene Bio-Pommes, frische hausgemachte Pasta oder Frozen Joghurt Eis mit Früchten fanden guten Absatz. Gerne kauften die Gäste auch beim asiatischen „Bara Bus“, der surinam/indische Snacks offerierte, mit Hühnchen oder vegan.

Auch Empanadas, gefüllte Teigtaschen auf spanische Art, waren in vegetarischer oder veganer Variante zu haben. Welche Schlemmerei gewählt wurde, das passende Getränk durfte nicht fehlen. Zur Auswahl standen etwa Sekt, Wein, vollmundiges Pils, Milchshakes oder Cocktails. Als „Eye Catcher“ erwies sich ein Pia Colada-Cocktail in einer kunstvoll geschnitzten Kokosnuss. Mitten im dichten Treiben lud die Firma Anifit „alle Hunde und Katzen zum Festessen aus natürlichen Rohstoffen ein“.

Erst Überblick, dann Auswahl

Kurzum, der Untertitel der Veranstaltung „Eat the world“ ging voll auf. Bei dem reichhaltigen Angebot hatten die Gäste die Qual der Wahl: „Wir drehen jetzt erstmal eine Runde, dann müssen wir uns für irgendwas entscheiden“; solcherlei Sätze waren häufig zu hören. Nicht zuletzt stellte die Kontaktaufnahme kein Problem dar. Fast jeder, der in Jülich Rang und Namen hat, war mindestens einmal beim Festival zu finden.

Zu Gast am Rande des Kirchplatzes war auch die Aachener „Hot Rod Citytour“. Der Tourenunternehmer lud ein zur Fahrt mit den kleinen und „handmade“ Rods, die auf bis zu 88 Stundenkilometer zu beschleunigen sind, rund um die Zitadelle und quer durch Jülich oder einfach nur „zum Fachsimpeln oder Probesitzen“. Täglich wurde zudem ein Ein-Stunden-Gutschein verlost.

Der gute Besuch hielt auch am Samstag bei angenehmen Temperaturen an, trotz zeitweiser Konkurrenz durch die erste internationale Hackmeisterschaft im Rahmen der Kirmes auf dem Schlossplatz. Mit Polka, Folk, Balkan, Rock, Reggae und Cumbia sorgte die Straßenmusikerband „Lemon Lights“ aus Enschede für passende musikalische Untermalung. Veranstalter Manfred Beaumart vom „Street Food Event Aachen“ und die kooperierende Jülicher Werbegemeinschaft zeigten sich erfreut über die Resonanz in der Herzogstadt. Eine Neuauflage sei laut Beaumart denkbar.

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