Street Art Academy: Graffity-Workshop in den Osterferien

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Gar nicht so einfach: Legale Graffity- Künstler im Einsatz. Foto: Mengel-Driefert
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Sarah Böhnke, Städtisches Jugendheim: „Durch die Graffity-Aktion wächst auch noch mal die Identifikation mit der Einrichtung“.

Jülich. Mit Mundschutz und Handschuhen standen die Jungs vor der Mauer. In der einen Hand eine Sprühdose betrachteten sie ihr Werk. Für vier Tage waren sie Sprayer, legale Graffity-Künstler. Sie lernten in einem Workshop Schatten, Konturen, sogenannten Outlines, und Spezialeffekte zu sprühen. Auch über Charaktere erfuhren sie was.

Denn: Jeder Sprayer hat sein eigenes Markenzeichen. Der Workshop fand im Rahmen der „Street Art Academy“ statt, organisiert vom Kulturbüro der Stadt Jülich in Kooperation mit dem städtischen Jugendheim, Jugendtreff Roncalli Haus und dem Jugendtreff Bonhoefferhaus. Thomas Deerichs, Referent für das Graffity-Projekt, informierte in einer kurzen Einführung über legales und illegales Sprayen im öffentlichen Raum, Schutzmaßnahmen, dem Tragen von Schutzmasken und Handschuhen.

„Das Sprayen ist eine Ausdrucksform, die sehr modern ist“, sagte Sarah Böhnke vom Städtischen Jugendheim Jülich. Doch so einfach sei das nicht. Das Sprühen von Schattenrichtungen oder Konturen, das Ausgestalten des Schriftzuges mit einem eigenen Charakter erfordere einige Übung.

Wer kein Graffity mag, konnte sich für ein Dance-Projekt, einem Hip Hop Workshop oder einem Filmprojekt anmelden. Das Ferienprogramm für Jugendliche im Alter von zehn bis 14 Jahren lief von 11 bis 17 Uhr, wurde kostenfrei angeboten. Die Street Art Academy gehörte zum Landesprogramm Kulturrucksack, wurde über Landesmittel, zuzüglich einem Anteil der Jugendzentren, finanziert.

“Uns ging es vor allem darum, dass die Jugendlichen Spaß haben“, sagte Böhnke. Sie sprach damit für alle drei Jugendzentren, die gemeinsam mit Christoph Clemens vom Kulturbüro das Konzept erstellt haben. Aber auch ein zweiter Aspekt war ihr wichtig: Damit sich alle Jugendlichen eine Teilnahme leisten konnten, sollte der Beitrag kostenfrei sein. Das Konzept ging auf, insgesamt 70 Teilnehmer meldeten sich an, kamen aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten. Die Zahl der Anfragen überstieg das Platzangebot.

Besonderen Wert legten die Organisatoren bei der Planung der Veranstaltung auf die Auswahl der Referenten. Wichtiges Kriterium: Sie sollten nah an der Jugend sein, einen direkten Bezug zu der Zielgruppe haben. Um das zu verdeutlichen führte Böhnke den Tanz-Referenten „Snu“ als Beispiel an. Er tanzt Deutsche Meisterschaften im Breakdance, leitete das Dance-Projekt, zeigte Warm-ups, Basics, Schritte und Moves, und – das ist war ihm wichtig – sei einer von ihnen. Denn, als Kind hielt er sich in den Jugendzentren in Jülich auf.

Judith Metze und Sandra de Groot, Kunstvermittlerinnen aus Berlin und München, leiteten den Movie-Workshop. In einer Stop-Motion Fototechnik erarbeiteten die Teilnehmer einen Kurzfilm. Das hört sich interessant an, ist es auch. Kurz gefasst: Viele einzelne Fotos wurden aufgenommen, ähnlich einem Trickfilm hintereinander gereiht. Damit das auch Hand und Fuß hat, wurde zu Beginn ein Drehbuch und Storyboard geschrieben.

Im Roncalli Haus konnten Jugendliche unter der Anleitung von Dominik Merres einen Hip Hop Text erstellen, mit Beats unterlegen und im Tonstudio aufnehmen.

Die Ergebnisse der Street Art Academy sollen – so ist es geplant – auf der städtischen Homepage eingestellt werden.

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