„Stop Westcastor”: Transport nach Ahaus verhindern

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Jülich. Das Aktionsbündnis „Stop Westcastor” informiert am Samstag, 29. Januar, von 9 bis 13 Uhr in der Jülicher Innenstadt (Kölnstraße / Ecke Baierstraße), teilt der Initiator und Jülicher Ratsherr Siegfried Faust (Die Linke) mit.

Für Sonntag, 30. Januar, ruft das Bündnis zur Demonstration am Forschungszentrum Jülich (FZJ) auf - zunächst um 14 Uhr an der Haltestelle der Rurtalbahn, um 15 Uhr am Haupteingang des FZJ.

Auf dem Gelände des FZJ lagern 152 Castoren mit hochradioaktivem Atommüll aus dem stillgelegten Forschungsreaktor AVR. Diese Altlast soll ins Brennelemente-Zwischenlager nach Ahaus transportiert werden. Ein Antrag hierzu ist beim Bundesamt für Strahlenschutz gestellt.

Die offizielle Begründung: Die Lagerung der AVR-Hinterlassenschaft in Ahaus sei für das Forschungszentrum billiger als der weitere Verbleib der Castoren in Jülich. Nachprüfbare Berechnungen für diese Behauptung, sagt Faust, gebe es nicht.

„Stop Westcastor” lehnt die Transporte als zu gefährlich ab. „Das Risiko von Unfällen ist nicht verantwortbar.” Der hochverstrahlte, 26 Meter hohe und 2000 Tonnen schwere Reaktorbehälter selbst solle ohnehin noch für Jahrzehnte in Jülich bleiben.

Das Bündnis begrüßt, dass sich die NRW-Landesregierung gegen die Transporte ausgesprochen hat und sich für einen Verbleib der Castoren in Jülich einsetzt. Kritisiert wird aber die von der Bundesregierung durchgesetzte Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke, weil sich dadurch auch die Menge des Atommülls und die Zahl der dafür erforderlichen Transporte vervielfache, ohne dass es bis heute ein Endlager für diesen Müll gebe.

Das gescheitete Kugelhaufenreaktor-Abenteuer AVR Jülich sei ein Beispiel für den Irrsinn der Atomkraft, argumentiert das Bündnis „Stop Westcastor”:

Beinahe-GAU 1978 nach unkontrolliertem Wassereintritt in den Reaktor

Verstrahlung des Erdreichs unter dem Reaktor - Ausmaß bis heute unbekannt

Die Zerlegung des 26 Meter hohen und 2000 Tonnen schweren Reaktorbehälters ist wegen extremer Verstrahlung erst in Jahrzehnten möglich; Verlagerung als Ganzes in eigens errichtete Zwischenlagerhalle

Die bisherige Kosten für den Rückbau der Anlage betragen laut Faust über 700 Millionen Euro.

Trotzdem arbeite das Forschungszentrum Jülich weiterhin an der Weiterentwicklung des Kugelhaufenreaktors. Faust: „Es wird Zeit, dass damit endlich Schluss ist und der Jülicher Atomsumpf ausgetrocknet wird. Wir fordern die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen und lehnen die Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke ab, ohne dass es bis heute ein Endlager für Atommüll gibt.”
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