Stolpersteine: Stilles Gedenken am Platz der Hinrichtung

Von: Fred Schröder
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Weitere „Stolpersteine“, die an von Nazis deportieren und ermordeten Personen erinnern sollen, verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig. Foto: Schröder
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In Echtz wird seit dem Wochenende zwei polnischen Zwangsarbeiter gedacht, die am heutigen Haarweg öffentlich erhängt worden sind.

Düren. In einem waren sich alle Besucher einig, die am Samstag der Verlegung von Stolpersteinen des für diese Aktionen bekannten Kölner Künstlers Gunter Demnig beiwohnten: „Wir dürfen die Opfer niemals vergessen“, betonte der Bundestagsabgeordnete Dietmar Nietan (SPD) am Haarweg im Stadtteil Echtz.

Zustimmung kam von Bürgermeister Paul Larue (CDU) und Heinrich Wirtz. Er ist Vorsitzender der Ortsgruppe Düren in der Gewerkschaft IGBCE. Die Organisation hatte die Initiative ergriffen, als es um die Verlegung der „Stolpersteine“ für die hier am 18. Juni 1941 hingerichteten polnischen Zwangsarbeiter Walenty Piotrowski und Franczisek Wysocki ging.

„Es erfüllt uns mit Trauer, Unverständnis und Wut, dass so etwas in Deutschland möglich war“, so Heinrich Wirtz, der hinzufügte, dass die beiden polnischen Männer wegen angeblicher „Rassenschande“ vor einer großen Kulisse am Haarweg hingerichtet worden waren. Ähnlich fassungslos mache die Tatsache, „dass so viele Menschen zugeschaut haben“. Auch Bürgermeister Paul Larue fehlte das Verständnis dafür, „dass wir uns alle auf diese Weise schuldig gemacht haben“. Für den IGBCE-Chef Heinrich Wirtz sind die beiden „Stolpersteine“, die Gunter Demnig mit Unterstützung eines Mitarbeiters des Dürener Service Betriebs (DSB) einsetzte, „ein unübersehbares Zeichen gegen das Vergessen“.

Drei weitere „Stolpersteine“ setzte Gunter Demnig in der Alten Jülicher Straße vor Haus Nummer 9 ein. Bereits 2006 wurden hier für Josef und Alfred Berlin sowie ihre Frauen Selma und Erna, die 1942 deportiert und ermordet wurden, Steine verlegt. Jetzt folgten zwei weitere für Mina Kaufmann und Sohn Walter. Das Ehepaar Kaufmann führte an der Wirtelstraße das Modehaus Löwenthal. Während Mina Kaufmann im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde, blieb Sohn Walter verschollen und wurde für tot erklärt.

Für die Widerstandskämpfer und KPD-Politiker Franz-Nikolaus Hasert und Johann Reins wurden in der Straße „Am Pletzerturm“ gegenüber Haus Nr. 6a zwei „Stolpersteine“ verlegt. Das Gedenken an die deportierten und in Konzentrationslagern der Nazis ermordeten Männer hält das Bertram-Wieland-Archiv für Geschichte der Arbeiterbewegung hoch, wie Vorsitzender Dominik Clemens in seiner Ansprache betonte. Dieser Verein gab auch die Anregung zur Verlegung der Steine.

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