Stimmgewaltig isländische Kultur in Inden vermittelt

Von: ptj
Letzte Aktualisierung:
13588610.jpg
Bringt ein Stück isländischer Weihnachtskultur nach Inden: Der ausdrucksvolle Sänger Hafsteinn Thórolfsson, begleitet vom Langerweher Kirchenmusiker Martin Jung. Foto: Jagodzinska

Inden/Altdorf. Isländische Konzerte sind in der evangelischen Kirche Inden/Altdorf eine liebgewordene Tradition, entstanden durch Beziehungen der isländischen Pfarrerin und Pfarrersfrau Sjöfn Müller-Thór. Zum Weihnachtskonzert war nun Sänger Hafsteinn Thórolfsson, der bereits 2013 in Inden „Perlen isländischer Volksmusik“ vorgestellt hatte, eigens aus Reykjavik angereist.

Auf dem Klavier begleitet vom Langerweher Kirchenmusiker Martin Jung, präsentierte er „ganz viele Formen isländischer Weihnachtsmusik“, wie der Pfarrer Daniel Müller-Thór es ausdrückte, der auch moderierte.

Die ersten fünf Stücke des Repertoires standen ganz im Zeichen isländischer Weihnachtstraditionen, die von alten Bräuchen und der Besinnung auf das entbehrungsreiche Leben früherer Zeiten geprägt sind. Im Mittelpunkt stand „Jólasveinarnir“, die Geschichte um die 13 isländischen Weihnachtsmänner und ihre Eltern, vor allem die fast immer schlecht gelaunte Mutter Grýla. Pfarrer Müller-Thór stellte sie in der Folge ihres Erscheinens ab dem 12. Dezember einzeln in Deutsch vor, vom Schafschreck „Stekkjarstaur“ bis hin zum Kerzenschnorrer „Kertasníkir“.

Mit viel Humor präsentiert

Thórolfsson präsentierte ihre Charaktere musikalisch in isländischer Sprache, ausdrucksvoll und mit viel Humor und erntete viele Lacher aus dem Publikum. Das Lied „Barnagæla“ erzählte etwa vom Schuh, den isländische Kinder an den 13 Abenden vor Weihnachten ins Fenster stellen und ein Geschenk bekommen, wenn sie artig sind. „Wenn nicht, gibt eine nur eine Kartoffel oder Kohl“, führte Müller-Thór weiter aus.

Zu den Bräuchen zählt auch „Jólköttur“, die gefräßige Weihnachtskatze, die jene Kinder fressen will, die keine neue Kleidung zu Weihnachten geschenkt bekommen.

Volkslieder beim festlichen Teil

Der festlichere Teil des Repertoires begann mit Volksliedern, gefolgt von den am häufigsten im isländischen Kirchen angestimmten Weihnachtsliedern, darunter das Wiegenlied „Nóttin var sú ágæt ein“, das von der Nacht erzählt, in der der Erlöser geboren wurde. Auch modernere isländische Stücke stimmte Thórolfsson an, wie „Hin fyrstu jól“, das in der Stadt Davids spielt, als „die zufriedene Mutter schlief, die Hirten sich bekreuzigten und das Kind auf die Wange küssten“. Einen völlig anderen Inhalt hatte „Söngur Jólasveinanna“: „Es schneit. Weine nicht, wenn du keine Vitamine hast. Ich habe viel Obst. Vor allem Melonen und Trauben.“

Der letzte Part des Konzertprogramms widmete sich dem Jahreswechsel, etwa „Máninn hátt á himni skín“ mit der Aufforderung: „Der Mond steht hoch am Himmel und das neue Jahr kommt. Hebt eure Fackeln und tanzt das alte Jahr fort“.

Drei Lieder stimmte der Sänger zunächst in isländisch an und lud sein Publikum ein, die folgenden Strophen mit ihm in deutscher Sprache zu singen. Gerne folgten die Zuhörer dieser Aufforderung. Gemeinsam gesungen wurden „Es ist ein Ros entsprungen“, „Wir zünden 1000 Lichter an“ und abschließend „Nun singet und seit froh“.

Kräftiger Applaus belohnte den stimmgewaltigen Sänger und seinen Begleitpianisten für ihr harmonisches Repertoire und nicht zuletzt dafür, ein Stück isländische Kultur nach Inden gebracht zu haben.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert