Stiftungstag des Bistums in Overbach

Von: ptj
Letzte Aktualisierung:
13392982.jpg
Der vierte Stiftungstag im Bistum Aachen war der erste im Barmener Haus Overbach: Domkapitular Dr. Andreas Frick begrüßt die 110 Teilnehmer. Foto: Jagodzinska

Barmen. „Stiften Sie uns weiter an und gehen Sie stiften“ – Solchermaßen humorvoll umriss Domkapitular Dr. Andreas Frick bei seiner Begrüßung den Inhalt des vierten Stiftungstages im Bistum Aachen. Die Veranstaltung zum Thema „Stiftungen für eine wertvolle Zukunft“ fand erstmals in Haus Overbach statt.

Eine „gute Wahl“, wie Hans-Josef Siebertz, Ansprechpartner im veranstaltenden „Stiftungsforum Kirche im Bistum Aachen“ mit Blick auf die 110 Teilnehmer betonte.

Als Hausherr stellte Pater Josef Költringer viele Bezugspunkte und den einen großen Unterschied zwischen Ordensgemeinschaften und Stiftungen heraus. Ein Orden ist „bis heute sehr personenbezogen“ und damit „endlich“. Stiftungen seien „statut- und satzungsbezogen und damit „auf Ewigkeit angelegt“. Weil „Personen nicht Garant für das Weiterbestehen von Einrichtungen sein können“, solle in keinem Fall die „Ursprungsidee einer von christlichen Werten begrenzten Einrichtung verloren gehen“.

„Kirchliche Stiftungen – ihr Wirken und ihre Aufgaben in der heutigen Zeit“ lautete das Thema des Referates von Professor Michael Lang aus dem Bistum Mainz, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises „Kirchen“ im „Bundesverband Deutscher Stiftungen“. Lang betonte in seinem mit einer kräftigen Prise Humor gewürzten Vortrag das stolze Alter von Stiftungen, nämlich ihre 2000-jährige Abend- und Morgenlandtradition, und ihre besondere Erfolgsgeschichte in den letzten 20 Jahren.

Nun gehe es darum, „Basisbeteiligung herzustellen“, auch mit Beteiligung von Stiftern, die „sich normalerweise nicht für Kirche interessieren“. In der ertragsarmen Niedrigzinskrise gehe es vor allem um intelligente, gleichzeitig „kreative und hochseriöse Anlagen“. Hier plädierte der Professor für die „ganz konservative Anlagepolitik“, etwa in Wälder oder Felder zu investieren. „Stiftungen sind der Gegensatz der Kohleverschleuderung“, hob Lang hervor.

„Bildung ist Gemeinschaftsaufgabe – Stiftungen und ihr Beitrag für ein lebenslanges Lernen“. Zu diesem Thema referierte die aus Linnich stammende Sabine Süß aus dem „Netzwerk Stiftungen und Bildung im Bundesverband Deutscher Stiftungen“. Das Netzwerk setzt auf „Kooperation von Bildungsakteuren und Wirkung auf lokaler Ebene“ und verbindliche Leitlinien. Süß betonte den notwendigen „Paradigmenwechsel im Föderalismus“, verbunden mit der Erkenntnis: „Bildung ist mehr als Schule“.

Stiftungen seien ihrerseits „mehr als Financiers“. Denn sie verfügen über hohes Fachwissen, eigene Netzwerke und eine Unabhängigkeit, die „vieles ermöglicht“. Vier knapp zweistündige Workshops schlossen sich den Vorträgen an. Der erste beschäftigte sich in der Aula mit dem Themenschwerpunkt „Die kirchlichen Schulstiftungen – Wirken und Notwendigkeit für den Bildungsauftrag“.

Die zweite Arbeitsgruppe setzte sich im Schloss Overbach mit „Treuhandstiftungen und Stiftungsfonds – Alternativen zur rechtsfähigen Stiftung“ auseinander. Das Stiftungsforum verfügt über fünf rechtsfähige Stiftungen und 29 „unselbstständige“ Treuhandstiftungen. Zudem existieren 79 ausschließlich über Vermächtnisse entstandene „Altersstiftungen“.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass Investmentfonds, die bislang an fünfter Stelle im Anlageportfolio stehen, an „ethischer Nachhaltigkeit gemessen werden“. Thema des dritten Workshops war „Wirkung steigern – Kooperationen mit Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen“ im Franz-von-Sales-Hof.

Mit „Anlagerichtlinien für kirchliche Stiftungen im Bistum Aachen im Spannungsfeld zwischen Werterhalt und Zweckerfüllung“ befasste sich schließlich die vierte Arbeitsgruppe im Schloss. Der Abschluss des informationsreichen Stiftungstages war vom angeregten Austausch beim Imbiss im Science College geprägt, umrahmt von der musikalischen Gestaltung durch den Jungen Chor Haus Overbach.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert