„Stiftung Mädchengymnasium Jülich“ soll Zukunft der Schule sichern

Letzte Aktualisierung:
8937362.jpg
Zum Stiftungsvorstand gehören die Vorsitzende Ines Nagelschmitz (v.l.), Dr. Barbara Schellenberger vom Trägerverein des Mädchengymnasiums und Schulleiterin Maria Bardenheuer. Foto: Wolters

Jülich. Engagierte ehemalige Angehörige des Lehrerkollegiums, Eltern ehemaliger Schülerinnen und Jülicher Bürger haben die „Stiftung Mädchengymnasium Jülich“ mit einem Startkapital von rund 50.000 Euro ausgestattet, das den Grundstock für die finanzielle Zukunftssicherung der Schule bildet.

Mit der musikalischen Lesung „Die Verfemte“ mit der Schauspielerin Beate Reker und Akkordeonspieler Piotr Rango stellt sich die Stiftung Mädchengymnasium heute Abend um 19 Uhr mit ihrer ersten Veranstaltung im PZ des MGJ vor. Im Interview erläutert die Stiftungsvorsitzende Ines Nagelschmitz den Hintergrund der Stiftungsgründung. Die Fragen stellte unser Redakteur Antonius Wolters.

Auch Privatschulen wie das Mädchengymnasium werden als Ersatzschulen vom Land alimentiert. Was ist der Grund für die Gründung der MGJ-Stiftung?

Nagelschmitz: Privatschulen erhalten zwar vom Staat 94 Prozent der „refinanzierbaren“ Kosten erstattet, das ist jedoch längst nicht ausreichend, um den gesamten Bedarf einer Schule zu decken. Es bleibt immer eine erhebliche Lücke für den privaten Träger. Nicht refinanziert werden z.B. die Einrichtung in den Klassen- und Aufenthaltsräumen, Hard- und Software für Informations - und Kommunikationstechnologien, Sportgeräte, Musikinstrumente etc. Jeder private Schulträger muss echt kämpfen um gleichwertige Unterstützung wie die öffentlichen Schulen, die laut Grundgesetz garantiert ist. Dazu kommt die abnehmende finanzielle Unterstützung z.B. durch das Bistum Aachen. Zuschüsse von Kreis, der Stadt Jülich und einigen Gemeinden sind leider nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Das alles hat uns bewogen, zur langfristigen Absicherung der Schule eine Stiftung zu gründen.

Welche Bevölkerungsgruppen sprechen Sie mit der Stiftung an, wer soll ihr Geld zur Verfügung stellen?

Nagelschmitz: Viele Generationen Jülicher Mädchen haben seit fast 125 Jahren (2016!) diese Schule besucht. Als Frauen, Mütter, Berufstätige gestalten sie die Gesellschaft und Geschicke dieser Stadt entscheidend mit. Gute Erinnerungen an ihre Schulzeit und die gewonnene Lebenserfahrung, dass eine Bildung auf christlichem Fundament heute nötiger denn je ist, läßt uns vor allem auf die Unterstützung von Tausenden von Ehemaligen hoffen.

Gibt es noch andere Quellen, um das Kapital der Stiftung zu mehren?

Nagelschmitz: Die Auftaktveranstaltung heute Abend im MGJ soll die Stiftung einem größeren Publikum bekannt machen. Wie viele Menschen haben in den vergangenen Jahren viel Geld verloren, das sie in Aktien gesteckt hatten. „Eine Investition in Bildung bringt immer die besten Zinsen“, sagte einer der amerikanischen Stammväter Benajmin Franklin. Für alle Spender gibt es steuerliche Vorteile.

Von anderen Stiftungen ist bekannt, dass es immer schwieriger wird, das Stiftungskapital so anzulegen, dass überhaupt noch nennenswerte Zinsen zur Erlangung des Stiftungsziels erzielt werden. Wie risikoreich darf das Kapital überhaupt angelegt werden?

Nagelschmitz: Zur Zeit ist das Stiftungskapital noch sehr gering. Leider gibt es im Augenblick keine nennenswerte Zinsen. Wir versuchen, das Stiftungskapital zu steigern, um zur langfristigen Absicherung der Schule ein Polster zu bilden. Dabei lassen wir uns natürlich von Fachleuten beraten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert