Jülich - Sternstunde der Konzertsaison

Sternstunde der Konzertsaison

Von: Hilde Viehöfer-Emde
Letzte Aktualisierung:
Musiker der Jungen Philharmoni
Musiker der Jungen Philharmonie Köln begeisterten das Publikum in der Schlosskapelle. Foto: Viehöfer-Emde

Jülich. Zur Tradition der festlichen Konzerte in der Weihnachtszeit gehört seit vielen Jahren das Gastspiel eines Ensembles der Jungen Philharmonie Köln in der Schlosskapelle.

In diesem Jahr wurde ein Kammerorchester unter dem Namen „Chambers” zusammengestellt, das aus jungen, engagierten Musikern bestand, die alle über solistische Fähigkeiten verfügten, im Zusammenspiel jedoch ein homogenes und in feinsten Abstufungen perfektes Klangbild boten.

Rafael Schwarzstein führte mit informativen, humorvollen Erläuterungen unterhaltsam durch das Programm. Er war auch der Solist des Klarinettenkonzertes A-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart.

Wie auch in allen folgenden Beiträgen agierte der Solist ohne Noten, ein besonderes Können, das der Interpretation durch die hohe Konzentration auf Musik und In­strument und die freie Körperhaltung zu Gute kommt. Das Klarinettenkonzert ist eine Kostbarkeit und von überragender Schönheit. Es ist Mozarts letztes Konzert, das er komponiert hat.Der Klangcharakter der Klarinette und ihre Spielmöglichkeiten werden genial ausgeschöpft. Rafael Schwarzstein erwies sich als begnadeter Interpret, der besonders das ausdrucksvolle melodische Adagio zum ergreifenden Erlebnis machte. Weitere „Legenden der Klassik” folgten im zweiten Teil.

Artur Chermonov erwies sich als Virtuose an der Violine und musizierte eine Bearbeitung der „Teufelstrillersonate” in g-Moll von Guiseppe Tartini mit hinreißendem Temperament und blühender Melodik. Seine technische Perfektion war beeindruckend.

Die Sonate für Streicher in C-Dur von Gioacchino Rossini wurde von dem später berühmten Opernkomponisten im Alter von 12 Jahren geschaffen. Das Ensemble (Artur Chermonov (1. Violine), Roman Kim (2. Violine), Kaori Yamagami (Cello), Mark Gertsel (Kontrabass) musizierte geschmeidig und glänzte bei Solopartien in jedem einzelnen Instrument.

Ein Ausnahmetalent ist sicher Roman Kim, der mit „La Campanella” aus dem Violinkonzert Nr. 2 op 7 von Niccolò Paganini dem großen Komponisten und Violinisten alle Ehre erwies. Dieses Werk kann man nur als fast auf die Spitze getriebenes Virtuosenstück bezeichnen. Die technischen Ansprüche sind fast unüberbietbar und als musikalischer Show-Act zu betrachten. Roman Kim beherrschte die halsbrecherischen Passagen wie ein Artist und präsentierte sie mit Einsatz und unglaublicher Griff- und Bogenperfektion.

Der Abend wurde zu einem freudvollen Konzerterlebnis für alle Zuhörer. Der frenetische Beifall wurde mit zwei virtuosen Zugaben belohnt.
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