Jülich - Sternsinger sammeln Geld für arme Kinder in Senegal und Indien

Sternsinger sammeln Geld für arme Kinder in Senegal und Indien

Von: ptj
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BU1: Sternsinger unterwegs im Kindergarten St. Marien: Die Kleinen geben ihren persönlichen Obolus, um die Situation der Kinder in armen Ländern zu verbessern. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Weil die arm sind und das Spaß macht.” Deshalb war der fünfjährige Laurin mit weiteren 49 Sternsingern der Propsteipfarre St. Maria Himmelfahrt von morgens bis in den Nachmittag hinein fünf Tage lang bei Schnee und Kälte in Jülich auf den Beinen.

Die Gruppe, die den Mitbürgern traditionell die Botschaft der Menschwerdung Gottes bringt, besteht aus Messdienern, Kommunionkindern, deren Geschwistern und zwei Kindern des St. Marien-Kindergartens in der Innenstadt. Einige von ihnen sind bereits mehrmals als Sternsinger unterwegs gewesen, der 13-jährige David bereits zum neunten Mal. Bis auf zwei Teilnehmer sind alle ehemalige Kindergartenkinder aus dieser Einrichtung der Propsteipfarre. So ist St. Marien natürlich eine Station auf ihrem Weg durch Privathäuser und Geschäfte, Rathaus und Krankenhaus.

„Bei Interesse besuchen wir auch gerne städtische Kindergärten, die freuen sich”, sagt Barbara Schacke vom Pfarrbüro, die zu den 15 erwachsenen Begleitern zählt.

„Wir kommen daher aus dem Morgenland. Wir sind geführt von Gottes Hand. Wir wünschen euch ein frohes Jahr, Caspar, Melchior und Balthasar”, singen die im Hohen Dom zu Aachen feierlich ausgesandten Sternsinger in königlicher Gewandung und schreiben, wenn gewünscht, mit Kreide den Segen an den Türpfosten: C + M + B + 2010.

Die Buchstabenfolge steht keineswegs für die Namen der Heiligen Drei Könige, sondern bedeutet: „Christus Mansionem benedicat” (Christus segne dieses Haus). Meist geben die so Gesegneten erfreut eine kleine oder größere Spende in die Sammelbüchse und zudem eine süße Wegzehrung oder Getränke für die Kinder in göttlicher Mission. Etwa 9000 Euro kamen auf diesem Wege in Jülich bereits zusammen.

Mit der Hälfte des Betrages werden Kinder im Senegal im Rahmen der 52. Aktion des Kindermissionswerks unterstützt, die andere Hälfte kommt dem Projekt der Propsteipfarre in Paratwada in Indien zugute. Mit Spenden aus der Pfarrgemeinde konnte dort 2004 ein Kinderhaus eröffnet werden, das von Pfarrer Dr. Johannes Maliekal geleitet wird (wir berichteten). Von dort aus können Kinder aus armen Familien entlegener Bergdörfer die Schule besuchen. Die Gelder ermöglichen den Kauf von Nahrung, Kleidung und Lernmitteln.

Im Kindergarten St. Marien wärmte sich die Sternsingerschar erst mal mit Kakao in der Küche auf, um sich im Anschluss den Kindergartenkindern zu widmen. Gruppenleitern Maria Dübbel befragte die Kinder zu den Gaben der Heiligen Drei Könige und präsentierte Gold, Weihrauch und Myrrhe. Was ist Myrrhe? „Irgend so ein Kraut”, wusste ein Kind. Die kostbare Creme (hier ersetzt durch eine kostengünstigere Variante) wurde herumgereicht und durfte befühlte werden, denn „taktile Erfahrungen sind wichtig”, wie Kindergartenleiterin Lilliane Schäfer betonte.

Zudem wurde feierlich der Weihrauch entzündet und beschnuppert, der den meisten Kindern allerdings schon aus der Kirche bekannt war. „Wer wies denn den Heiligen Drei Königen den Weg? Hatten sie ein Navi dabei?”. „Nein, der Stern wies ihnen der Weg und blieb an der Krippe stehen”. Nicht zuletzt ging die Sammelbüchse herum und die Kleinen gaben ihren persönlichen Obolus, um bedürftigen Kindern in Drittländern den Schulbesuch, gute Ernährung und medizinische Versorgung zu ermöglichen.
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