Stempel-Station der Jakobspilger

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Dezernentin Katarina Esser (l.) und Stadtmarketing-Mitarbeiterin Julia Huneke präsentieren auf dem Schlossplatz den neuen Stempel, Buch und Flyer, sowie Aufkleber und eine Jakobsmuschel. Foto: Stadt Jülich

Jülich. Ab sofort können Reisende auf den Wegen der Jakobspilger ihren Pilgerpass in Jülich abstempeln lassen. Die Stadt Jülich hat einen Stempel kreiert, der stilisiert den Umriss der Zitadelle und die Jakobsmuschel zeigt.

Zu den Öffnungszeiten der Tourist-Info können die Pilger nun dort ihren Pass um einen Stempel vervollständigen. Die bisher auf dem Kirchplatz installierte „Jakobs-Stele“ hat ebenfalls ihren Platz an der Stempelstelle gefunden - als Wegmarke für die Pilger, die die Herzogstadt auf ihrer Route passieren.

Seit dem Mittelalter haben sich Menschen auf den Weg begeben, um an heiligen Orten Gott näher zu sein. Neben Jerusalem und Roma war Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens das bedeutendste Pilgerziel des Europäischen Mittelalters. Bereits im 10. Jahrhundert erreichten die ersten deutschen Pilger die Stadt.

Mit der Zeit überzog ein Pilgerwegenetz den gesamten Kontinent, das den Ideen- und Kulturaustausch in Europa begünstigte. Darum erklärte der Europarat die Wege 1987 zur ersten Europäischen Kulturstraße. In der Deklaration von Santiago rief er dazu auf, diese Trassen zu erforschen, zu sichern und zu pflegen. Über alle Grenzen hinweg soll die gelbe Muschel auf blauem Grund die Routen kennzeichnen.

Die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe haben in den letzten Jahren einzelne Wegabschnitte mit Unterstützung der Deutschen St. Jakobus Gesellschaft erforscht. Zusammen mit den Partnern vor Ort werden diese so authentisch wie möglich für heutige Pilger und kulturhistorisch Interessierte aufbereitet und mit dem europäischen Wegezeichen ausgeschildert. Ergänzt wird dieses Wegenetz durch die von Norden und Osten eintreffenden Routen, über die früher Gläubige von Skandinavien und Polen nach Santiago zogen.

Jenseits der deutschen Grenzen schließt das Netz an die Niederlande, Belgien und Frankreich.

Flyer und Publikation

In Band 9 der Buchreihe „Jakobswege“ ist die Strecke ausführlich beschrieben, die mitten durch Jülich führt. Der Weg verläuft von Mersch kommend über den Vogelbaumweg und die Haubourdin-straße, unterquert die Bahn und führt über die Breslauer Straße und Am Wallgraben zum feldseitigen Tunneleingang der Zitadelle, weiter durch den stadtseitigen Tunneleingang zur Innenstadt. Durch das Aachener Tor führt der Weg aus Jülicher heraus und an der Rur entlang. Über einen stillgelegten Bahndamm werden Gut Linzenich und Bourheim erreicht.

In Jülich trafen Fernrouten von Neuss und Köln in Richtung Aachen zusammen. Aufgrund ihrer zentralen Lage hat die Stadt zahlreiche Pilger gesehen. Durch das Kölntor, den östlichen Stadtausgang, verließen die Könige Jülich, um im Anschluss an ihre Krönung in Aachen als Pilger nach Köln zu reiten, wo sie im Dom von den Heiligen Drei Königen Fürsprache für ihre Herrschaft erbaten.

Die Jülicher Tourist-Information auf dem Schlossplatz steht nur wenige Meter neben dem einstigen Kölntor und weist ab sofort - ebenso wie die nebenstehende Stele - mit einem blauen Aufkleber mit gelber Jakobsmuschel auf die Wege der Jakobspilger hin. Hier wird nicht nur gestempelt, es liegt auch der Flyer bereit, der über die Routen zwischen Weser, Maar und Mosel informiert und als Karte die Wege und Stationen aufzeigt. Außerdem wird auch die entsprechende Publikation in Buchform als Ansichtsexemplar vorgehalten, das dort eingesehen und im örtlichen Buchhandel zu kaufen ist.

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