Statuen von St. Andreas und St. Matthias geweiht

Von: ptj
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Propst Josef Wolff benetzt den Heiligen Andreas mit Weihwasser aus dem Aspergil. Foto: Jagodzinska

Lich-Steinstraß. „Lassen wir uns begeistern, anreden und anregen von den Aposteln.“ Dazu ermunterte Propst Josef Wolff in der Festmesse anlässlich der Rückkehr der beiden ehemaligen Pfarrpatrone, der heutigen Kirchen- und Gemeindepatrone St. Andreas und Matthias in der gleichnamigen Kirche – am Vortag des Apostelfestes Andreas.

Nach mehr als 30 Jahren sind die Statuen „wieder in unsere Kirche eingekehrt“. In Konzelebration feierten Wolff und sein Vorgänger Heinrich Bongard Eucharistie, enthüllten feierlich die Statuen und segneten sie ein. Passend dazu wurden die jeweiligen Heiligenlieder mit Chor und Gemeinde angestimmt, deren Melodien Pfarrkantor Christof Rück gemeinsam mit einigen Gemeindemitgliedern neu verfasst hatte.

Der Heilige Andreas war wie sein Bruder Simon Petrus Apostel Jesu und wurde wie Christus gekreuzigt. Dargestellt ist er mit den Triumpfzeichen Schrägbalkenkreuz und Buch. Durch das Los wurde Apostel Matthias in den Kreis der Jünger berufen, nachdem sich der Verräter Judas in den Abgrund gestürzt hatte. „Um des Heilands willen starb er unter dem Beil“, deshalb trägt er symbolisch Beil und Schriftrolle in Händen.

In seiner Predigt verglich Wolff die Apostel mit Autokennzeichen, für die es keine Vorschrift gebe, wie genau sie auszusehen haben. Die Pfarrgemeinde in St. Andreas und Matthias habe sich „ganz besondere Kennzeichen ausgesucht, keine von der Stange. Die Apostel waren ihnen was wert, sie sollten wirklich zu dieser Kirche passen.“

Auf Anfrage erläuterte Künstlerin Maria Fernandez den „schönen vitalen Prozess“, in dem sie die beiden Patrone in klassischer Form aus Lindenholz in „ganz milder Fassung“ geschaffen hat, „immer noch tiefer“ eingedrungen sei, um „ihren Kern zu treffen“. Ein Vorgang, der sie „sehr bereichert und belehrt hat“. Sicher sei es kein Zufall gewesen, dass sie zuvor mit einem Projekt im Heiligen Land am See Genezareth weilte und die dort lebenden Menschen und ihre Physiognomie besonders studiert hatte, denn so hätten auch die Apostel ausgesehen, die „schöne Männer waren“. Dann erhielt sie den Auftrag, die Statuen zu fertigen.

Das Wesentliche an der Darstellung ist der direkte Bezug der beiden, an den Seitenwänden stehenden Patrone zum Kreuz über dem Altar.

Propst Wolff berichtete von einer „gewissen persönlichen Beziehung“ zum Heiligen Andreas, die er während seiner regelmäßigen Exerzitien (geistliche Übungen) aufgebaut habe. Zum Programm der Einkehrtage gehöre es, sich in bestimmte Schriftstellen „besonders einzulesen“. Seine Bibelstelle sei die Geschichte von der wunderbaren Brotvermehrung gewesen, in der Andreas gehorsam den Vorrat an Lebensmitteln im Volk erkundet. So fühlt sich Wolff „von Andreas an die Hand genommen“.

Die Anschaffung der beiden Statuen „war nur möglich durch die Spenden der Gemeinde“, wie mehrfach betont wurde. Trotz des „Freundschaftspreises“ von Maria Fernandez lagen die Kosten deutliche höher als die ursprüngliche Versicherungssumme.

Zum Abschluss der Messfeier rief das Kirchenvorstandsmitglied Matthias Ingermann in Erinnerung, dass Heinrich Bongard bereits in seiner Zeit als Propst Geld gesammelt und das Gespräch mit dem Künstlerehepaar Fernandez und seinem Nachfolger Josef Wolff gesucht hatte. Nach einer Bestandsaufnahme der vorhandenen Mittel gab Wolff nun „richtig Gas und ebnete die Bahn im Gemeinderat“. Die Rückkehr der beiden Gemeindepatrone wurde in einem anschließenden Austausch mit der Künstlerin gefeiert.

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