Standing Ovations beim Abschied von Heinrich Stommel

Von: Volker Uerlings
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Bürgermeister Heinrich Stommel wirkt gelöst. „Alterspräsident“ Wolfgang Gunia dankte ihm im Namen aller Ratsfraktionen für sein mehr als 25-jähriges Engagement an der Spitze der Verwaltung. Foto: Uerlings

Jülich. Wenn ein Mensch 25 Jahre an der Spitze der Stadtverwaltung steht, darf man getrost von einer Ära sprechen. Die Heinrich-Stommel-Ära in Jülich ist am Donnerstagabend nach einem Vierteljahrhundert zu Ende gegangen. De jure ist der Bürgermeister, der zuvor Stadtdirektor und Technischer Beigeordneter war, noch bis 20. Oktober im Amt.

Der Stadtrat hat ihn mit Applaus verabschiedet. Mehr noch: Alle Stadtverordneten erhoben sich von den Plätzen, um dem Mann ihren Respekt zu erweisen, der sich bei drei Direktwahlen in Folge mit sehr großen Mehrheiten durchgesetzt hatte. Auch Heinrich Stommel selbst schien ein wenig gerührt zu sein.

In seinen Abschiedsworten blieb er gewohnt sachlich, mit einer kleinen Ausnahme. Der gebürtige Gelsenkirchener drückte seine Liebe zur Stadt mit den ihm eigenen Worten aus: „Ich bin von Herzen gern Jülicher.“ Stommel weiter: „Die 23 Jahre im Rat waren keineswegs immer leicht. Ich wurde anfangs sehr eng kontrolliert. Meine große Stütze war immer meine Familie.“ Seine Ehefrau Elisabeth wohnte der letzten Sitzung der Ära Stommel natürlich auch bei.

Eine „Beurteilung“ seiner Amtszeit hat sich der scheidende Bürgermeister bewusst verkniffen: „Das überlasse ich den Bürgerinnen und Bürgern.“ So dankte Heinrich Stommel: Allen, die ehrenamtlich in der Stadt wirken, den Mitarbeitern der Stadtverwaltung samt Ortsvorstehern und „allen, die konstruktiv mit mir zusammengearbeitet haben“.

Im Auftrag der Stadtratsfraktionen würdigte „Alterspräsident“ Wolfgang Gunia (CDU) Heinrich Stommels Wirken: „Wir sagen: Jülich hat sich in Ihrer Amtszeit positiv weiterentwickelt. Dafür danke ich Ihnen im Namen des Rates.“ Gunia attestierte dem Verwaltungschef, der Schalke-Fan ist, auch beruflich Sportsgeist und Fairplay. Stommel habe an wichtigen Projekten mitgewirkt, auch „wenn nicht alle Blütenträume reiften“.

Beispielhaft nannte er das jetzt „gut gefüllte Gewerbegebiet Königskamp“, den Solarturm und die bevorstehende Realisierung des Gewerbegebietes Merscher Höhe – neben Wohngebieten und hohen Investitionen in die Jülicher Bildungslandschaft. „Dem Bürger werden Sie in guter Erinnerung bleiben als ein Bürgermeister, der viel vor Ort war“, sagte Gunia in Anspielung an die vielen Termine, die der Erste Bürger wahrgenommen und – wie im Karneval – aktiv mitgestaltet hat.

Stommels Arbeit sei von seiner Art geprägt gewesen: sachlich, geduldig, gelassen: „Nie habe ich erlebt, dass Sie laut wurden, höchstens mal energisch, wenn es denn nötig war.“

Die Stadtverordneten hatten gesammelt, und Wolfgang Gunia überreichte dem scheidenden Bürgermeister ein Sparschwein mit der Aufschrift „Rentenkasse“: Das soll als Anschubfinanzierung zum Kauf eines E-Bikes verstanden werden. Damit könne Heinrich Stommel seine Mobilität erhöhen und „die neue Freiheit“ gestalten.

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