Städtischen Untergrund mit der Taschenlampe erleben

Von: Daniela Mengel-Driefert
Letzte Aktualisierung:
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Erlebnisführung für Kinder: Mit Petra Schlader-Thouet durch die Zitadelle und Kasematten. Foto: Mengel-Driefert

Jülich. In die Kasematten kommt nicht jeder. Kinder schon, wenn sie mit der Stadtführerin Petra Schlader-Thouet unterwegs sind. Sie zeigt die verborgenen Teile der Befestigungsanlage im Rahmen der Abenteuerführung „Zitadelle und die Kasematten“. Wer sich ein bisschen gruseln möchte und keine Angst vor Dunkelheit hat, wird sicherlich Spaß haben.

Die Gästeführerin führt die Gruppe neben das Pulvermagazin, gibt den Blick frei auf steile Treppenstufen in die Dunkelheit. Die Kinder folgen in die Tiefe. Unten angekommen, fällt der Blick auf weiße schmale Zapfen an der Decke. „Hier gibt es nicht nur Fledermäuse, Spinnen und Getier, hier gibt es auch Stalaktiten und Stalagmiten – wie in einer Tropfsteinhöhle“, erklärt Schlader-Thouet. Die Kinder bewundern die Naturgebilde, bemerken, dass sie sich wie Salz anfühlen, dann geht es weiter. Die Gruppe marschiert im Gänsemarsch hintereinander, die Taschenlampen kommen zum Einsatz, teilweise ist der Gang beleuchtet, teilweise nicht. Ein Kind sagt spontan: „Das ist schon gruselig.“

Ein kleines Fenster in der dicken Mauer lässt Licht in die Finsternis. Kurz darauf eröffnet sich ein größeres Gewölbe. Luftaufnahmen von Jülich sind auf Schautafeln zu sehen. Von 1932, 1944 und 1956 - Jülich vor dem Krieg, das zerstörte Jülich und im Wiederaufbau. „In einer halben Stunde war alles zerstört“, sagt Schlader-Thouet: Neben den historischen Luftaufnahmen steht ein Propeller. Er ist größer als die Kinder, die bleiben erstaunt stehen. Gegenüber sind zwei Bomben zu sehen. Hier hat ein Bombeneinschlag stattgefunden, spezielle Sicherungsmaßnahmen halten heute die Decke stabil, der ehemalige Trichter ist zu erkennen. Wenige Meter weiter ein Bunker, in dem Menschen im Zweiten Weltkrieg Schutz gesucht haben.

Dann geht es wieder die Gewölbegänge entlang, mal ins Freie, mal zum Oberwall. Plötzlich sind Wiesen und Bäume zu sehen. „In Friedenszeiten wurde an dieser Stelle Obst und Gemüse angebaut“, erklärt die Gästeführerin. Im Hintergrund ist eine historische Kanone zu sehen. Wer in den Ferien noch nichts vor hat, könnte sich in Gruppen auf Entdeckungstour durch das unbekannte Jülich begeben .

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