Kreis Düren - Städteregion Aachen: Der Nachbar schaut vorerst interessiert zu

Städteregion Aachen: Der Nachbar schaut vorerst interessiert zu

Von: Stephan Vallata und Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:

Kreis Düren. Wenn der Kreis Aachen mit Ablauf des 20. Oktobers aufhört zu existieren, hat das zunächst keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Nachbarkeis Düren. Allerdings wäre es wohl blauäugig zu glauben, alles bliebe beim Alten.

Am 21. Oktober wird mit der Städteregion Aachen, dem Verbund von neun Städten und Gemeinden des bisherigen Kreises Aachen und der kreisfreien Kaiserstadt, eine der größten regionalen Kooperativen in Nordrhein-Westfalen entstanden sein. Dann wäre auch der Kreis Düren gut beraten, sein Profil in Fragen regionaler Zusammenarbeit und strategischer Partnerschaften zu schärfen. Oder etwa nicht?

„Bewundernswerter Mut”

„Bewundernswert” findet Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn „den Mut, neue Wege zu gehen.” So weit, um den Weg mitzugehen, sei der Kreis Düren aber noch nicht. Spelthahn betont jedoch: „Es wird unterschätzt, wie eng wir bereits mit Aachen verbunden sind.”

Von der Abfallwirtschaft mit dem Zweckverband Entsorgungsregion West (ZEW) über die Industrie- und Handelskammer und die Handwerkskammer bis hin zur Wirtschaftsförderung im Rahmen der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (Agit). Diese Zusammenarbeit müsse fortgesetzt, intensiviert werden. Mehr nicht. Zunächst einmal.

„Der Kreis ist in seiner emotionalen Befindlichkeit gespalten”, hat Wolfgang Spelthahn festgestellt: Während die Jülicher im Nordkreis nach Aachen schauen, gucken die Dürener im Südkreis Richtung Köln. „Zwei Drittel unserer Auspendler fahren Richtung Rheinmetropole”, sagt Dürens Bürgermeister Paul Larue, für den ein möglicher Beitritt zur Städteregion Aachen derzeit kein Thema ist. Düren wolle vielmehr seine Rolle zwischen Aachen und Köln stärken.

„Auf lange Sicht werden wir bundesweit und europaweit maximal als Region Aachen wahrgenommen”, gibt Spelthahn dagegen zu bedenken. Mit Blick auf die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie ebenso wie als Wissenschaftsregion mit den Aachener Hochschulen und dem Forschungszentrum Jülich. Die Lage zwischen den Oberzentren könne Mittelzentren dann zum Verhängnis werden.
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