Jülich - Stadtwerke München vermarkten Jülicher Speicher

Stadtwerke München vermarkten Jülicher Speicher

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28 Schwungräder stecken im kinetischen Energiespeicher, den die Stadtwerke München in ihrem virtuellen Kraftwerk nutzen. Foto: Stornetic

Jülich. Nach Entwicklung, Bau einer ersten Anlage und vielen Tests ist ein erster kinetischer Energiespeicher aus den Laboratorien der Jülicher Stornetic GmbH in den kommerziellen Betrieb überführt worden: Die Stadtwerke München (SWM) setzen den auf Schwungradbasis betriebenen Speicher „DuraStor“ in ihrem virtuellen Kraftwerk zur Stabilisierung der Stromnetze ein.

Mit ihrem virtuellen Kraftwerk („M-Partnerkraft“) lassen die SWM Bürger und Betriebe an der Energieversorgung der Zukunft teilnehmen. 2010 ist das Kraftwerk zunächst als Pilotprojekt mit eigenen Anlagen gestartet worden und wurde später durch Anlagen Dritter erweitert.

Es umfasst aktuell Anlagen diverser Energieträger wie Bioenergie, Wind-, Solar- und Wasserkraft. Darüber hinaus sind steuerbare Verbraucher integriert. Die zentrale Steuerung und Regelung übernehmen die SWM.

„Der Speichermarkt bringt derzeit spannende Innovationen hervor“, sagt Dr. Markus Henle, Projektleiter für das virtuelle Kraftwerk bei den SWM. „Wir vermarkten den Energiespeicher von Stornetic als Teil unseres virtuellen Kraftwerks. Dort nutzen wir ihn unter anderem zur Regelenergie und zum Ausgleich von Prognoseabweichungen aus erneuerbarer Energieerzeugung.

Diesem Thema kommt eine immer größere Bedeutung zu. Gerade in einem sich verändernden Strommarkt wird es darauf ankommen, weiterhin eine zuverlässige und stabile Versorgung zu garantieren. Dabei können Energiespeicher eine entscheidende Rolle spielen.“

Der eingesetzte DuraStor-Speicher von Stornetic erbringt eine Leistung von bis zu 600 Kilo Volt Ampere (kVA) bei rund 100 kWh. Er besteht aus 28 Schwungrädern, die mit dem zu speichernden Strom auf eine Geschwindigkeit von bis zu 45 000 Umdrehungen pro Minute beschleunigt werden können. Der Speicher arbeitet rein mechanisch, also ohne Einsatz von Chemikalien. Bei der Rückgewinnung des Stroms fungiert der Motor als Generator und erzeugt durch das Abbremsen des Schwungrades elektrischen Strom.

„Wir sind stolz darauf, den weltweit ersten Energiespeicher-Container mit mehreren Schwungrädern in Betrieb genommen zu haben“, ergänzt Stornetic-Geschäftsführer Dr. Rainer vor dem Esche. „So kombinieren wir die Vorteile mechanischer Energiespeicher wie Robustheit und Landlebigkeit mit den Vorteilen von Containerlösungen wie Modularität, schneller Installation und Mobilität.“

So steht der DuroStor-Container weiterhin in Jülich, der Betrieb wird von München aus gesteuert. Die Integration in das größere System in Form des virtuellen Kraftwerks ist nützlich für die Vermarktung der Energiespeicher, die nun ihr Potenzial in einer realen Alltagsumgebung beweisen müssen.

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