Stadtwerke Jülich: Schulden halbiert, Gewinn gesteigert

Von: Volker Uerlings
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Die Zentrale der Stadtwerke Jülich: Der Kommunalversorger hat gute Zahlen vorgelegt und sieht sich auf einem guten Weg.

Jülich. Die Stadt Jülich ist Gesellschafter mehrerer privater GmbH‘s. Den meisten ist gemeinsam, dass sie nicht oder selten profitabel wirtschaften. Bei einem Unternehmen ist das anders: den Stadtwerken Jülich. Der kommunale Versorger hat vergangene Woche dem Stadtrat seine Bilanz 2014 vorgelegt – und nun darüber auch mit unserer Zeitung öffentlich gesprochen. Kurzum: Die Zahlen sind gut.

Der Gewinn stieg gegenüber dem Vorjahr um weitere 50.000 Euro auf 1,73 Millionen Euro. Was aber vielleicht noch wichtiger ist: Die Stadtwerke haben binnen sechs Jahren ihre Schulden mehr als halbiert.

„Das Ergebnis ist um 50.000 Euro besser als im schon guten Vorjahr. Wir sind auf einem guten Weg. Die Verschuldung wurde seit 2009 mehr als halbiert – das ist signifikant. Und wir haben es auch geschafft, überproportional in die Netze zu investieren“, sagt Geschäftsführer Ulf Kamburg. Die Verbindlichkeiten wurden nach Informationen unserer Zeitung um einen zweistelligen Millionenbetrag reduziert.

Das klassische Geschäft – Wasser, Strom und Gas – ist für einen vergleichsweise kleinen Versorger nicht einfach in teilweise liberalisierten Märkten. „Bei Strom und Gas haben wir Liefermengen verloren“, informiert Vertriebsleiterin Grit Köhler. Beim Gas war hier der letzte milde Winter ausschlaggebend. Sie stellt aber auch nüchtern fest, dass im freien Markt eben „Kunden wechseln“. „Und beim Wasser gibt es den permanenten Trend zum Weniger-Verbrauch“, sagt Ulf Kamburg. Dem stehe allerdings eine anpassungsbedürftige Leitungs-Infrastruktur aus den 60er und 70er Jahren gegenüber, die einmal für viel höhere Verbräuche dimensioniert war. Das System Stadtwerke ist also ein sehr komplexes mit vielen Stellschrauben.

Den generellen Marktentwicklungen setzt der Kommunalversorger eine Strategie mit neuen Vertriebsangeboten (u.a. Treuetarife/Profistrom), mehr Service und neuen Produkten (Nahwärme, Con­tracting) entgegen. Außerdem hat das Unternehmen mit „optimierten Einkaufsstrategien“ seine Beschaffungskonditionen verbessert. Günstigere Konditionen werden ab August (Gas) und Januar 2016 (Strom) auch den Kunden zugute kommen. „Wir können und werden diesen Dumpingwettbewerb nicht mitmachen. Unser Hauptaugenmerk ist das Gebiet der Stadt Jülich. Hier bieten wir Angebote, die sich nicht verstecken müssen“, sagt der Geschäftsführer mit Blick auf die Vielzahl an „verheißungsvollen“ Tarifen, die bundesweit offeriert werden. „Das Unternehmen hat dank engagierten Mitarbeiter und treuer Kunden eine positive Entwicklung genommen.“

Rund 80 Mitarbeiter(-innen) sind derzeit bei den Stadtwerken Jülich beschäftigt. Auch sie mussten zahlreiche Neuerungen mittragen. Ulf Kamburg: „Wir sind rigoros an Strukturen im Haus gegangen und haben Prozesse verschlankt.“ Dabei seien aber keine Mitarbeiter eingespart worden, sondern sogar fünf neue Stellen entstanden. Die Informations- und Kommunikationstechnologie hat in der Verwaltung An der Vogelstange in der jüngeren Vergangenheit eine große Rolle gespielt, die eher noch größer werden wird.

Deutlich ausgeweitet haben die Stadtwerke ihre Investitionen in die Netze für Wasser, Strom und Gas. Im vergangenen Jahr stieg die Summe von zwei auf 3,5 Millionen Euro.

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