Stadtmarketing mit dem Projekt Golfpark Linnich

Von: Otto Jonel
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Daniel Sauerzapf (l.) und Kurt
Daniel Sauerzapf (l.) und Kurt Beaujean begutachten das Gelände, auf dem sie in naher Zukunft zumindest schon den perfekten Golfabschlag trainieren möchten. Foto: Jonel

Linnich. Zum neuen Jahr gute Vorsätze und Wünsche zu formulieren, ist üblich. Bei Daniel Sauerzapf und Kurt Beaujean, stellvertretender und 1. Vorsitzender des Stadtmarketingvereins „Wir in Linnich”, dürfte es eine deutliche Schnittmenge geben.

Beide haben den Vorsatz, 2012 das Projekt „Golfpark Linnich” voranzutreiben, und beide haben den Wunsch, noch im anstehenden Jahr den Spaten zum Baubeginn in den Ackerboden zu treiben.

„Das Trainingszentrum hätten wir gerne 2012 gebaut”, rammt Sauerzapf, einer der Ideengeber, im übertragenen Sinne einen Zaunpfahl ein. Er markiert den ersten Golfplatz im Nordkreis und den zweiten im gesamten Kreis Düren überhaupt. Mit diesem Projekt ist der Stadtmarketing-Verein Linnich erstmals im November an die Öffentlichkeit getreten.

Mit dem Trainingszentrum samt kleiner Gastronomie und der angeschlossenen Driving Range wäre der erste Bauabschnitt des Linnicher Golfparks abgeschlossen. Aber erst mit dem zweiten Bauabschnitt wird der Platz zu einem richtigen Golfplatz.

Voraussetzung dazu wäre eine wirtschaftliche Tragfähigkeit, die beispielsweise ein Stamm von 100 Mitgliedern gewährleisten würde, um eine Sechs-Loch-Anlage auf dem heutigen Acker zu pflanzen. An die können die Bahnen sieben bis neun angebunden werden, womit die Neun-Loch-Golfanlage perfekt wäre. Im Zeitraffer und optimale Umsetzung vorausgesetzt, „könnte der komplette Golfplatz 2014 fertig sein”, rechnet Sauerzapf hoch.

Den Konjunktiv „könnte, würde, wäre” kennt man im Nordkreis noch vom Golfplatz Jülich, der nach langer Planungszeit Anfang 2010 offiziell zu den Akten gelegt wurde. Doch in Linnich liegt die Sache etwas anders. Anders als in der Herzogstadt ist hier der Boden bereitet.

„Wir haben frühzeitig mit allen Grundstückseigentümern gesprochen. Alle haben positiv reagiert”, versichert Daniel Sauerzapf. Die Pächter und Eigner, darunter auch die Stadt und SIG Combibloc, „stehen im Wort”. Sobald die Genehmigung erteilt ist, werden die Pachtverträge unterzeichnet.

Dass auch Landrat Wolfgang Spelthahn das Linnicher Golfprojekt mit Wohlwollen betrachtet, ist ein weiterer Glücksfall bei der Umsetzung der Idee. Über den Kreis und die Koordinierunsgmöglichkeiten des Landrates, der zudem ausloten könnte, ob das Projekt die Qualität zur Wirtschaftsförderung hat, ließe sich manche Hürde leichter und schneller nehmen.

Hans-Martin Steins, nicht nur Baudezernent des Kreises Düren, sondern auch Geschäftsführer der Indeland GmbH, sagte seine ideelle Hilfe zu. „Wir werden das Projekt Knowhow-mäßig begleiten. Wir werden uns aber nicht als Entwickler oder Betreiber betätigen.” Der Baudezernent hält es tatsächlich für machbar, dass mit dem Trainingscenter bereits in einem Jahr begonnen werden kann. Voraussetzung sei allerdings , dass die Stadt zeitnah das Planungsrecht schafft, die Bezirksregierung das erforderliche Genehmigungsverfahren zügig durchzieht und sich nicht irgendwelche unvorhergesehenen Probleme auftun.

Golfplatz für jedermann geplant

Mit dem, vorausgesetzten, positiven Abschluss des Verfahrens wird der Stadtmarketing-Verein in den Hintergrund rücken. „Sobald wir grünes Licht haben, wird die Golfpark Linnich GmbH gegründet.” Sie wird auch das Umsetzung der Konzeptes übernehmen.

Den Planern schwebt ein Golfplatz für jedermann vor. Natürlich wird auch der Sechs- oder später der Neun-Loch-Platz einen Club haben. „Aber das Trainingscenter ist für alle zugänglich. Und auch der Platz steht allen offen”, sofern die Nutzer die Platzreife nachweisen kann, verspricht Sauerzapf.

Dass der Platz kein elitäres Vergnügen für Betuchte werden soll, unterstreicht die Zielgruppe, die Beaujean und Sauerzapf angeben: „Von sechs bis...”, sagen sie. Dabei ist sechs nicht zu niedrig angesetzt. „Wir wollen Schulen einbinden, auch von außerhalb”, verweist Sauerzapf auf positive Erfahrungen, die mit dem Programm „Golf in der Schule” oder „Abschlag Schule” gesammelt wurden.

Dass ein Golfplatz in Linnich, wie Kurt Beaujean überzeugt ist, „eine Menge positiver Nebeneffekte hätte”, ist in einem Punkt schon belegbar. Beim Stadtmarketing-Verein und bei Daniel Sauerzapf haben sich bereits Landschaftarchitekten beziehungsweise Golfplatzbauer gemeldet und ihre Dienste angeboten. Wenn es soweit kommt, wird das Linnicher Golfpark-Projekt aber ordentlich ausgeschrieben.

Lage und Ausdehnung des Linnicher Golfplatzes

Das Gesamtareal für den Linnicher Golfplatz umfasst im Komplettausbau als Sechs-Loch-Anlage rund 22 Hektar.

Das Gelände liegt zwischen der Landesstraße 253 und der Bahntrasse Linnch-Jülich rechter Hand zwischen dem Aldi-Kreisel und dem Kreisel Kiffelberg.

Die Zufahrt und der Parkplatz sollen im Bereich des Kreisels am Industriegebiet Im Gansbruch (Aldi/Zufahrt SIG Combibloc) liegen. Das Trainingscenter ist in etwa auf halber Strecke zwischen Aldi und der Zufahrt Ivenhain vorgesehen.

Markante Geländeeigenheiten wie ein kleiner Hain sollen erhalten bleiben. Allerdings müssten beim Endausbau des Platzes einige schlagreife Pappeln gefällt werden.

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