Stadtdenkmal Jülich: Neue Forschungsergebnisse vorgestellt

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Jülich. Der Förderverein Festung Zitadelle Jülich lädt für Donnerstag im Anschluss an seine Mitgliederversammlung alle am „Stadtdenkmal Jülich“ Interessierten ins Hotel Kaiserhof ein.

Um 20 Uhr hält dort Prof. Dr.-Ing. Jürgen Eberhardt einen bedeutenden Lichtbild-Vortrag zur historischen Stadtentwicklung Jülichs: „Alessandro Pasqualinis Entwurfsmodell von 1545 und seine maßlichen sowie geometrischen Bezüge zum Grundriss der ab 1549 in Jülich realisierten Zitadelle.“ Grundlage der neuesten Forschungsergebnisse ist ein Zitadellen-Modell von 1545 aus Holz, das 1944 zwar bei Luftangriffen auf Ingolstadt verbrannte, doch in zwei Fotos erhalten blieb.

Höchst anschaulich werden unter anderem die Abmessungen der im Modell ausgewiesenen einzelnen Bauelemente in ihren aus der Harmonielehre ableitbaren Zahlenverhältnissen behandelt; sodann wird auch untersucht, in wieweit sich im Grundriss des Modells die bekannten geometrischen Proportionierungs-Schemata wie Vierung und Acht-Ort, Fünfstern- und Zehnsterngrund, Sechsstern- und Zwölfsterngrund, aber auch Siebenstern- und Vierzehnsterngrund auffinden lassen.

Darüber hinaus wird die von Cesariano 1521 publizierte Darstellung eines menschlichen Körpers nach den Maß- und Proportionsangaben bei Vitruv vorgestellt, der sich hier in ein aufgerastertes Quadrat und einen Inkreis einfügt. Schließlich wird dargelegt, wie sich auch der Grundriss der ab 1549 von Alessandro Pasqualini in Jülich realisierten Zitadelle in den Modellplan einfügen lässt.

Jürgen Eberhardt ist in Jülich kein Unbekannter: Als Stipendiat der Biblioteca Hertziana in Rom habilitiert und ab 1969 beim Staatshochbauamt Aachen tätig, war er als Kenner der Hochrenaissance-Architektur maßgeblich mit der der Restaurie-rung der Zitadelle sowie insbesondere des Ostflügels des Schlosses und der Schlosskapelle beauftragt. 1971 an die Fachhochschule Köln berufen, vertrat er dort das Lehrgebiet Denkmalpflege mit dem Schwerpunkt „Erhaltungs- und Nutzungskonzeptionen“.

Forschungs- und Gutachtertätigkeit führten ihn immer wieder auch nach Jülich.

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