Stadt verkauft den Solarturm

Von: Volker Uerlings
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Der Jülicher Solarturm und sein Spiegelbild: Zwischen den Stadtwerken und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt laufen Verkaufsverhandlungen. Foto: Uerlings

Jülich. Der Solarturm Jülich wird verkauft - wenn der Preis stimmt. Mit dieser Absichtserklärung hat der Stadtrat am Donnerstag in nichtöffentlicher Sitzung den Stadtwerken grünes Licht gegeben, die Verhandlungen fortzusetzen.

Der Kommunalversorger betreibt das solarthermische Demonstrations- und Versuchskraftwerk seit Inbetriebnahme. Der Leuchtturm im Gewerbegebiet Königskamp soll aber künftig im Mittelpunkt der Forschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Jülich stehen. Damit das DLR und das Solarinstitut Jülich der FH praktisch freien Zugriff auf den regenerativen Riesen haben, muss das formal geregelt werden.

Zwei Möglichkeiten stehen im Raum: Verpachtung oder Verkauf des Solarturms. Nach Informationen dieser Zeitung soll die Stadtwerke Jülich GmbH einen Preis von 8,4 Millionen Euro errechnet haben, mit dem dann alle bislang angefallenen Kosten des Energieversorgers gedeckt wären. Das kommunale Unternehmen hatte seinerzeit zum Beispiel das Grundstück für etwa 3,5 Millionen Euro (von der Stadt) erworben, auf dem der schlanke Stromerzeuger samt Spiegelfeld gebaut wurde. Dafür wurde ein Darlehen aufgenommen, das natürlich mit Zinsen zu bedienen war.

Wie zu erfahren war, lag das Anfangsgebot des DLR deutlich unter der Jülicher Preisvorstellung. Inzwischen wurde „nachgelegt” auf knapp über 7 Millionen Euro. Eine Einigung zeichnet sich also ab.

Die Stadtwerke kann man durchaus als Geburtshelfer des inzwischen international beachteten Projektes betrachten, die zugleich aber unter einem „Geburtsfehler” der Konstruktion zu leiden hatten: Der Solarturm beschert dem Versorger „Ruhm”, aber keine verlässlichen Einnahmen. Durch ständige Versuchsaufbauten und Tests ist keine kontinuierliche Stromerzeugung zu gewährleisten, für die dann eine Einspeisevergütung kassiert werden könnte. Das liegt in der Natur der Dinge bei einem „Versuchskraftwerk”, dessen Blaupause schon nach Algerien verkauft worden ist.

Von daher hätte nun ein Verkauf nicht nur die Ansiedlung einer großen deutschen Forschungseinrichtung wie dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Jülich zur Folge, sondern auch eine Konsolidierung der Stadtwerke.
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