Jülich - Stadt Jülich verkauft alte Schulgebäude

Stadt Jülich verkauft alte Schulgebäude

Von: hfs.
Letzte Aktualisierung:
6388940.jpg
Blick auf ein „Filetgrundstück“: Die Stadt Jülich wird die alten Gebäude der Realschule (Bild), der Schirmerschule und der Musikschule verkaufen. Und die Job-com kommt nicht ins Alte Rathaus. Foto: hfs.

Jülich. Alles für die Katz: Das von der Verwaltung der Stadt Jülich angedachte Nutzungskonzept für Realschule und Altes Rathaus ist im Haupt-und Finanzauschuss komplett gekippt worden. Davon betroffen sind auch Pläne des Kreises Düren, die Aktiväten der Job-com im Nordkreis im Alten Rathaus zu zentralisieren.

Denn die Verwaltung wurde nun beauftragt, einen Businessplan zu erstellen, der den Verkauf der alten Gebäude der Realschule, der Schirmerschule und der Musikschule vorsieht. Zugleich erwartet man Pläne, den städteigenen „Betrieb“ komplett im neuen und alten Rathaus sowie Kulturhaus am Hexenturm unterzubringen.

„Wir haben alles, nur keinen stimmigen Plan“, stellte Heinz Frey von der Jül-Fraktion im Hauptausschuss fest. Zwar hatte die Verwaltung ihren Entwurf schon in der Sitzung des Planungs-, Umwelt-und Bauausschuss zur Diskussion gestellt, doch der war dort mit Verweis auf den zuständigen „Fachausschuss“ lediglich zur Kenntnis genommen worden. Nur Jürgen Laufs von den Grünen hatte versucht, die Realschule als Komplettstandort für die Job-com den anderen Ausschussmitgleidern schmackchaft zu machen.

Im Haupt-und Finanzauschuss machte Beigeordneter Martin Schulz nochmals deutlich, dass eine Unterbringung der Job-com im Realschulgebäude schwierig, wenn sogar unmöglich sei.

Seine Einschätzung, das Land NRW würde Fördermittel in Höhe von rund 150.000 Euro, die seinerzeit in einen neuen Anbau geflossen seien, zurückfordern, „wenn keine weitere schuliche Nutzung erfolgen wird“, löste bei allen Fraktionen Erstaunen aus. „Davon war ja noch nie die Rede“, meinte beispielsweise Harald Garding (SPD). Dies würde, so die Verwaltung, nur die Möglichkeit schaffen, die VHS dort künftig zu beheimaten.

Im Planungsauschuss hatte die Mitteilung des Kreises, ab 1. Januar 2014 im Alten Rathaus einziehen zu wollen, noch für Unmut gesorgt: „Wir lassen uns doch nicht erpresen“. Nun, wenige Tage später, war davon im Hauptausschuss nicht mehr die Rede. Nach einem entsprechenden Telefonat ließ Thomas Mülheims, Leiter des städtischen Immobilienmanagments, den Ausschuss wissen, man könne sich mit der Entscheidung Zeit lassen. „Aber für den Kreis ist Jülich weiterhin erster Ansprechpartner für ein Job-com-Center im Nordkreis.“

Dies sah die CDU allerdings nicht ganz so. Zwar kann sich Fraktionsvorsitzender Peter Capellmann vorstellen, dass sich der Kreis in Jülich nach Gebäuden für rund 50 Mitarbeiter der Job-com umsieht - „vielleicht in Richtung Große Rurstraße“, denn dort ist die Polizei-Inspektion untergebracht. Aber die Christdemokraten lehnen esw ab, dass dafür das Alte Rathaus in Frage kommt. Dieser Position schlossen sich die anderen Fraktionen an.

Nur die Grünen hielten an ihrem Vorschlag fest, dem Kreis die Realschule anzubieten. Mit Mehrheit beschloss der Haupt- und Finanzauschuss schließlich die neue Marschroute: Die Immobilien Realschule und Schirmerschule sollen vetrsilbert werden – ebenso das Musikschulgebäude, das ebenfalls mit dem Umzug ins Schulzentrum frei wird. „Des ist ja jetzt eine klare Ansage“, merkte Schulz an.

Was den Verkaufserlös der drei Alt-Immobilien anbelangt, liegt der bisher nur für die alte Schirmerschule und das alte Musikschulgebäude vor. Der Bodenwert beläuft sich für die Schirmerschule auf rund 500.000 Euro, für das andere Gelände auf etwa etwa 605.000 Euro an. Dies trifft aber nur auf baureif, erschlossene Flächen zu, so dass Abbruchkosten von einem möglichen Erlös abzuziehen sind.

Was das Gelände der Realschule anbelangt, dafür gibt es keine Zahlen. Dieses Areal wurde in der Vergangenheit gerne als „Filetgrundstück“ bezeichnet, doch das hat sich, so Bürgermeister Heinrich Stommel, relativiert. „Dies traf ohne Hallenbad zu, aber dieses dürfte ja jetzt wohl noch Jahrzehnte dort stehen.“

Einig war sich der Ausschuss darüber, dass mit der Umsetzung dieses neuen Konzeptes die Forderung maßgeblicher Bürger und Institutionen umgesetzt werde, eine Belebung der Jülicher Innenstadt zu erreichen. Denn im Alten Rathaus soll, so die mehrheitliche Meinung, als einzige nichtstädtische Einrichtung auch ein Gastronomiebetrieb einziehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert