Stadt Jülich ehrt heimatverbundenen Unternehmer

Von: Volker Uerlings
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Bürgermeister Heinrich Stommel streift dem neuen Ehrenringträger Heinrich August Schüssler das Schmuckstück über, das die Verdienste des Unternehmers für die Stadt Jülich würdigt. Foto: Uerlings

Jülich. Heinz August Schüssler dürfte zu den wohlhabendsten Menschen in Jülich gehören. Es ist kein Widerspruch, dass ihm am Mittwochabend ein Schmuckstück geschenkt wurde, denn dessen Wert ist vor allem ideeller Art, und man kann es nicht kaufen.

Dem „Kirchberger Jong“ wurde von Bürgermeister Heinrich Stommel ob seiner großen Verdienste um die Heimatstadt der Ehrenring verliehen. Denn Schüssler gehört zur Spezies Unternehmer von „altem Schrot und Korn“, die in den Medien gern als Positivbeispiel genannt werden, um modernen „Heuschrecken-Kapitalismus“ zu brandmarken. Die Sorte also, die früher aus freien Stücken Wohnungen für Arbeiter bauen ließ und auch ein Museum oder Thea-ter nicht für „Gedöns“ hält. Oder wie der Bürgermeister die „facettenreiche Persönlichkeit“ beschrieb: streng und fürsorglich, verlässlich, verantwortungsvoll, kurzum - mit einem Wertekodex.

Das Engagement des Bauunternehmers Heinz August Schüsslers ging weit über die Grenzen der Stadt Jülich hinaus. Es grenzt an ein kleines Wunder, dass sich ein Mensch in so vielen Feldern einzubringen imstande ist: In den Industrieverbänden (Jülich und Düren), der IHK (Vizepräsident), der Wirtschaftsvereinigung Bauindustrie NRW, um nur Beispiele zu nennen. Der 75-Jährige ist stark heimatverbunden und ein Fan des Bauens, das nach seiner tiefen Überzeugung „Freude macht“.

Es waren Schlüsselerlebnisse, als er mit dem Großvater durch das noch unzerstörte Jülich spazierte, obwohl der Krieg schon tobte. „Es war kein Einmalbesuch. Ich wollte immer wieder!“, erzählte er in der Schlosskapelle. Es wurde mucksmäuschenstill, als Schüssler die Rückkehr aus der Evakuierung schilderte: „In Düren standen noch 13 Häuser, in Jülich blieb kein einziges verschont.“ Die Stadt sei „trotz großer Bedenken“ wieder aufgebaut worden.

Daran hatte die von Heinz August Schüsslers Großvater gegründete Bauunternehmung ihren Anteil, denn die Loren der Firma sorgten für den Abtransport des Schutts. Das Bauwesen wurde dem Ehrenringträger also in die Wiege gelegt. 1965 wurde er Geschäftsführer der Rheinbau GmbH Jülich und 1966 zugleich führender Kopf der Bauunternehmung Hans Lamers. Er ist es bis heute, hat das Unternehmen im Dreieck Aachen-Köln-Düsseldorf etabliert. Es zählt 130 Beschäftigte, davon 16 Auszubildende. Der Ehrenringträger erkannte früh die Chancen eines Technologiezentrums in dieser Stadt, wurde Gesellschafter und ein Motor des TZ in Jülich.

Das alles „wäre bereits einer Ehrung durch ihre Heimatstadt würdig“, befand Heinrich Stommel, der dann „den Förderer“ Heinz August Schüssler in den Fokus rückte, der ein Liebhaber von Kunst, Musik und Theater ist und früh erkannte er, dass es eine engere Verzahnung zwischen Stadt und Forschungszentrum geben müsse. Der vom ihm gegründete Förderverein Museum vergibt also nicht zufällig den Minervapreis an Persönlichkeiten, die die Grenzen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur überschreiten. Die Unterstützung von Schulprojekten, der Gesellschaft gegen das Vergessen, des Science Colleges sowie vieler Vereine, Initiativen und Bedürftigen über die von ihm gegründete Hans-Lamers-Stiftung kommt hinzu. Eines der jüngsten Beispiele ist die Vocalwerkstatt, die er fördert. Von daher war es kein Zufall, dass der Chor TonArt (Leitung: Martin te Laak) und die Camerata Juliacum den Festakt gestalteten.

Es gab bei der Sondersitzung des Stadtrates mit vielen prominenten Gästen aus der gesamten Region reichlich Applaus für den neuen Ehrenringträger Heinz August Schüssler, der von seiner Frau Margrit Schüssler-Lamers, Kindern und Enkeln begleitet wurde. Sie sind das familiäre Fundament des Bauunternehmers, dessen Wirken mit drei Worten beschrieben werden kann: bauen, erhalten, teilen.

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