Jülich - Stadt investiert 30 Millionen Euro in Schulen

Stadt investiert 30 Millionen Euro in Schulen

Von: Volker Uerlings
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Das städtische Experten-Trio besucht die Großbaustelle(n): Martin Schulz (v.r.), Leo Heuter und Thomas Schmitz studieren die Pläne. Im Hintergrund nimmt die neue Sporthalle Formen an. Foto: Uerlings

Jülich. Mit dieser Summe könnte die Stadt Jülich fast zwei Dienstleistungszentren bauen: 30,7 Millionen Euro. Doch dieser Betrag kommt in den nächsten drei Jahren ausschließlich der nachwachsenden Generation zugute - und sicher einigen Unternehmern.

Mit zwei Neubauten auf dem Gelände des Schulzentrums und der Sanierung der Altgebäude herrscht mittelfristig an der Linnicher Straße Hochkonjunktur. Es ist eine Operation am offenen Herzen, denn der Schulbetrieb geht in dieser Zeit bei Staub und Lärm und Umwegen weiter.

Die Millionen muss die Stadt nicht ganz allein aufbringen. Aus den hinlänglich bekannten Mitteln aus dem Konjunkturpaket II sowie einem „Investitionspakt zur energetischen Erneuerung” übernimmt der Bund mehr als ein Drittel: 11 Millionen Euro. Das soll aber den städtischen Kraftakt nicht schmälern.

Der Neubau des Gebäudes für die Katholische Grundschule samt 1,5-fach Sporthalle stand dabei Ende des letzten Jahres unter keinem guten Stern. Eine Vergabebeschwerde eines Unternehmens legte alle Arbeiten lahm, bis nun auch in zweiter Instanz die Vorwürfe richterlich verworfen wurden. „Das hat uns drei Monate gekostet, die wir auch nicht mehr aufholen können”, sagt Hochbauamtsleiter Leo Heuter mit sichtbarem Bedauern. Mit dem Beigeordneten Martin Schulz, Mitarbeiter Thomas Schmitz und eben Heuter nahm ein Experten-Trio der Stadt die Baustelle diese Woche in Augenschein.

Konturen sind erkennbar

Das Wetter ist für Hochbauten aller Art seit Tagen bestens. So geht es doch ganz gut voran. „Die Schalwand stand heute Morgen noch nicht”, bemerkt Thomas Schmitz beim Gang durch den Rohbau-Teil, der einmal Sporthalle werden soll. Und auch unmittelbar daneben sind die Konturen der neuen KGS schon sichtbar. „Hier vorn sind drei Klassenräume, und das Atrium kann man auch schon erkennen”, erläutert Martin Schulz.

Am Ende werden es zwölf Klassenräume mit je einem Gruppenraum, Fachräume, Bücherei, Verwaltung, Küche und mehr sein. Die Grundschule wird aller Voraussicht nach im März 2012 umziehen können - und damit drei Monate später als geplant.

Eng verzahnt mit dem Neubau ist auch die Sanierung des Schulzentrums. Die alten Grundschulräume werden nach ihrer Modernisierung von der Gemeinschaftshauptschule Ruraue bezogen.

Das große Stühlerücken geht aber noch weiter. Sind die GHS-Klassen frei, werden auch sie ertüchtigt, um nach dem Ende der Arbeiten die Realschüler aufzunehmen, die nach einem politischen Beschluss vom Aachener Tor an die Linnicher Straße umziehen. Das dürfte 2014 passieren.

In vier Wochen startet die umfassende Sanierung mit dem Werktrakt des Schulzentrums. Alle Gebäude erhalten neue Fenster und ein neues Dach. Die energetische Sanierung sieht natürlich eine Dämmung nach neuestem Standard und eine Holzpellets-Heizung vor, die alle Bauten auf dem Grundstück temperiert. Am Ende bringt die Maßnahme eine Kohlendioxid-Ersparnis von 1120 Tonnen pro Jahr, wie Heuter und Schulz stolz informieren.

Das ist aber lange nicht alles. Die Tage des Teppichs sind an der Linnicher Straße gezählt. Die Boden wird mit pflegeleichten PVC-Belägen ausgestattet. Außerdem reißen die Firmen die alten Decken heraus, die „Künstliche Mineralfasern” enthalten. Die sind gesundheitsschädlich, wenn sie freigesetzt werden. Das ist derzeit nicht der Fall, wäre aber unweigerliche Folge gewesen, wenn die Stadt nur die alten Leuchten hätte austauschen wollen. Also: Raus mit sage und schreibe 10.000 Quadratmetern an alten Deckenverkleidungen. Und die neue Beleuchtung gibt´s obendrein. Das spart auf lange Sicht Energiekosten - und muss bei über 30 Millionen Euro einfach drin sein.

Mit Ausnahme der Mauern alles neu

Das Schulzentrum an der Linnicher Straße wurde 1976 erbaut und umfasst eine Grundrissfläche von 16.500 Quadratmetern.

Die Grundsanierung beinhaltet die Erneuerung der Fenster und Metallfassaden, des Dachaufbaus, die Umstellung von Gas- auf Holzpellets-Heizung, eine neue energiesparende Beleuchtung und die Gebäudeautomation.

Die Kosten betragen 22 Millionen Euro, abzüglich 7,5 Millionen Euro der öffentlichen Hand.
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