Stadt der jungen Forscher 2014: Jülich hofft auf „Adelstitel“

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
5654979.jpg
Forschung und Technik faszinieren den Nachwuchs: zum Beispiel im Schüler- und Jugendlabor (JuLab) des Forschungszentrums Jülich. Das ist nur ein Bestandteil von Jülich als „Stadt der jungen Forscher“. Foto: FZJ

Jülich. Mittwochvormittag gilt‘s! Eine Delegation prominenter Vertreter aus Jülich präsentiert einer fachkundigen Jury in Rostock, warum ausgerechnet ihre Kommune mit dem Titel „Stadt der jungen Forscher 2014“ und reichlich Preisgeld ausgezeichnet werden sollte.

Die Rurstadt ist einer von drei Finalisten und hat mit der Qualifikation für die Endrunde schon einen Erfolg zu feiern – neben Würzburg und Friedrichshafen. Aber etliche bedeutende Persönlichkeiten wollen mehr und legen sich deshalb ins Zeug, um am Mittwoch den Titel zu erringen und damit unter anderem 65.000 Euro.

Bürgermeister Heinrich Stommel und Dezernentin Katarina Esser, die federführend an der Bewerbung gearbeitet hat, werden von den Verantwortlichen aller Jülicher Forschungseinrichtungen begleitet.

Fülle an Kooperationsprojekten

Und allein das ist schon ein Pfund, mit dem man wuchern kann, denn eine Stadt, die das größte deutsche Forschungszentrum, eine Fachhochschul-„Abteilung“ mit über 3000 Studierenden und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt samt Solarturm in ihren Grenzen beherbergt, sucht man lange und vergeblich. „Wir haben eine einzigartige Konzentration an Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen und sind auf dem Energiesektor eine der bedeutendsten Regionen in Europa.“ Damit ist es aber nicht getan. „Bei unserer Vorbereitung haben wir festgestellt, dass es eine wahre Fülle an Kooperationsprojekten mit Schulen und Kindereinrichtungen gibt“, setzt Katarina Esser nach. Das ist mutmaßlich auch der essentielle Bestandteil der Präsentation am Mittwoch, die im Detail natürlich nicht verraten wird.

Bürgermeister und Dezernentin schätzen sich nach eigenen Aussagen jedenfalls glücklich, dass die Spitzen der örtlichen Forschungseinrichtungen in Rostock dabei sind: Sebastian Schmidt (Vorstand FZJ), Prof. Marcus Baumann (FH) und Prof. Bernhard Hoffschmidt (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Solarinstitut). Das Thema der Jülicher Vorstellung geben die Organisatoren noch preis, ansonsten hüllen sie sich in Schweigen, um nicht der Konkurrenz aus Nordbayern und vom Bodensee Angriffsfläche zu bieten: „(Mit) Energie für Mensch und Umwelt“. Schließlich gebe es auch aktuelle Bestrebungen, Jülich und das Rheinland als „Modellregion für die Energiewende“ zu positionieren, so Katarina Esser. Das sei Ziel der „Innovationsregion Rheinisches Revier“.

Nervosität verspüren wohl alle Mitstreiter, es steht auch viel auf dem Spiel. 65.000 Euro bekommt der Sieger; die beiden weiteren Finalisten erhalten je 5000 Euro. Die „Stadt der jungen Forscher 2014“ wird darüber hinaus Schauplatz einer bundesweiten Fachtagung im nächsten Jahr, lobt einen Schülerwettbewerb aus und veranstaltet ein Wissenschaftsfestival. Damit hätte ein wesentliches Merkmal der „Historischen Festungsstadt – Modernen Forschungsstadt“ auf einen Schlag einen neuen, einen höheren Stellenwert. „Das würde diesen Bereich der Stadt ganz anders inszenieren als bisher“, weiß Katarina Esser, unter anderem Dezernentin für Stadtmarketing.

Nach der Vorstellung am Morgen wartet die Jülicher Delegation bis nach 19 Uhr, um zu erfahren, ob ihr der „Adelstitel“ zuerkannt wird oder nicht. Verliehen wird er von der Körber-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und der Deutsche Telekom Stiftung.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert