Jülich - Stachelige und blühende Vielfalt seltener Kakteen

Stachelige und blühende Vielfalt seltener Kakteen

Von: ptj
Letzte Aktualisierung:
15451474.jpg
Kakteenliebhaber unter sich: Schon am Samstagmorgen gilt es, bei den fünften Kakteentagen in der Blumenhalle des Brückenkopf-Parks seltene Exemplare zu sichern. Rechts im Bild ist Rolf Franke aus der Ortsgruppe Düren zu sehen.
15451477.jpg
Begehrenswert: Die agavenähnliche, allerdings nässeempflindliche „Leuchtenbergia principis“ aus Mexiko.

Jülich. Kakteen gedeihen nur in wüstenähnlichen Bedingungen? Nein, ein Ammenmärchen, wie Aussteller und Experten in der fünften zweitägigen Kakteenausstellung in der Blumenhalle des Jülicher Brückenkopf-Parks glaubhaft versicherten.

So hat Rolf Franke von der Ortsgruppe Düren in der Deutschen Kakteengesellschaft seine winterharten Kakteen „seit 30 Jahren draußen im Regen stehen. Entweder jeht et oder es jeht net“, wie er salopp betonte.

Natürlich gibt es auch empfindlichere Kakteen. Viele aber können sowohl im Sommer im Regen als auch im Winter im Schnee im Garten überleben. „Nur bei Null Grad und nass verfaulen sie“, sagte Franke.

Der Besucher Iradi Teherani, nach eigenem Bekunden Kakteenkenner seit 50 Jahren, bestätigte Frankes Aussage. „Hier in Europa nachgezüchtete Kakteen behandelt man wie andere Pflanzen auch.“ Er wusste auch gleich Details über das Aufpropfen als Veredelungsmaßnahme von Kakteen zu erzählen, was als Ritterschlag unter den Hobbyzüchtern gilt. Hierbei werden die Köpfe sowohl der robusten Pflanz-„Unterlage“ als auch des Ablegers abgeschnitten. Mit Hilfe überkreuzter Gummibänder wird der Setzling exakt auf der Unterlage positioniert, so dass Saftbahnen oder Leitbündel aufeinanderliegen.

Trotz strömenden Regens hatten sich schon etliche Kakteenliebhaber am Samstagmorgen in der Blumenhalle eingefunden. Schließlich ging es darum, sich aus der stacheligen und blühenden Vielfalt seltene Kakteen oder wasserspeichernde Sukkulenten zu sichern. Etwa die agavenähnliche, allerdings nässeempflindliche „Leuchtenbergia principis“ aus Mexiko oder die außergewöhnlich geformte stachellose „Lophophora williamsii“ oder nach ihrer aztekischen Bezeichnung „Peyote“.

Berauschende Wirkung

Bei den mexikanischen Stämmen der Huichol und der Tarahumara werden letztere als heilig verehrt und in rituellen Pilgerreisen gegessen, um durch ihre berauschende Wirkung in göttlichen Kontakt zu treten. Unverkäuflich war eine blühende „Haworthia truncata“ aus Südafrika, es sei denn, jemand würde „einen Hunderter hinlegen“. Welcher Kaktus, beziehungsweise welche Sukkulente war die seltenste Pflanze in der Ausstellung? Diese Frage wusste die Vorsitzende der „Kakteenfreunde Aachen/Aachener Land“, Elisabeth Sarnes, zu beantworten. Mit ihrem Mann Norbert hatte sie selbst erst vor zwei Jahren den bis dahin namenlosen winzigen „Austrocactus pauxillus“ (pauxillus bedeutet winzig) „per Zufall“ in der argentinischen Grenzregion Mendoza/Neuquén entdeckt.

Da die meisten Aussteller aus dem Aachener Land und den angrenzenden Niederlanden Hobbysammler sind und somit „abgeben, was sie übrig haben“, schwächte der Pflanzenkauf bei den Kakteentagen nicht allzusehr das Portemonnaie.

Ungewöhnliche Erscheinung

Es lockten im Übrigen auch Kakteen im ungewöhnlicheren Erscheinungsbild. Etwa die als „lebende Steine“ bekannten Lithops, als „botanische Rarität“ angepriesene Sukkulenten im Bonsai-Format oder ausgefallene Spezialitäten für den Steingarten.

Vorträge im Pulvermagazin

An beiden Tagen bot ein Vortragsprogramm im historischen Pulvermagazin unter anderem virtuelle Reisen zu den „Naturschönheiten der Dominikanischen Republik“, an die chilenische Pazifikküste oder zu den „Kanarischen Highlights“. Während die Erwachsenen gerne bei Kaffee und Kuchen Fachgespräche führten oder sich an dem neuen „Kaktus-Sudoku“ versuchten, konnten Kinder beim „Stachelziehen“ Kakteen und Sukkulenten gewinnen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert