Aldenhoven - Staatsanwaltschaft Aachen rehabilitiert Alt-Bürgermeister Lothar Tertel

Staatsanwaltschaft Aachen rehabilitiert Alt-Bürgermeister Lothar Tertel

Von: Antonius Wolters
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Keine Straftat festgestellt: Die Staatsanwaltschaft Aachen hat Aldenhovens Alt-Bürgermeister Lothar Tertel durch den Einstellungsbeschluss bereits im Vorverfahren eine Art Freispruch erteilt. Foto: Wolters

Aldenhoven. Eine Woche vor der Bürgermeisterwahl, als der Wahlkampf längst auf höchsten Touren lief, schlug die Nachricht buchstäblich wie eine Bombe ein: „Anwohner stellen Strafanzeige gegen Tertel“, betitelte unsere Zeitung in der Ausgabe vom 19. September einen Artikel, in dem über eine Strafanzeige berichtet wird, die Rechtsanwalt Markus Mingers bei der Staatsanwaltschaft Aachen gegen den damaligen Bürgermeister Lothar Tertel gestellt hatte.

Der Anwalt tat das namens seiner Mandaten, die als Anwohner von den eingestürzten Luftschutzstollen in Schleiden betroffen waren und dem Bürgermeister vorwarfen, wider besseren Wissens eine falsche Schadensmeldung beim Gemeindeversicherungsverband (GVV) abgegeben zu haben.

In einer Stellungnahme wies Lothar Tertel zwar in der Ausgabe vom Folgetag die Vorwürfe in einer Stellungnahme als Polemik zurück, zumal der GVV die gesamte Akte übergeben worden sei, doch der – möglicherweise gewollte – Effekt war da: Der amtierende Bürgermeister steht im Blickfeld der Justiz. Das Ergebnis der dann folgenden Bürgermeisterwahl dürfte bekannt sein.

Von der Strafanzeige ist indes nichts übrig geblieben, wie ein freudestrahlender Lothar Tertel am Mittwoch in der Redaktion kund tat. Der Pensionär hatte am Morgen einen Brief seines Rechtsanwaltes in der Post, der ihm mitteilt, dass das Verfahren nach § 170 Absatz 2 Strafprozessordnung eingestellt worden sei, da nicht einmal ein Anfangsverdacht gegen Tertel vorliege. Es habe im Zusammenhang mit der Anzeige keine Straftat festgestellt werden können. Tertels Anwalt bewertet das Schreiben der Staatsanwaltschaft als „Freispruch im Vorverfahren“. Der Alt-Bürgermeister sei somit vollständig rehabilitiert.

„Das ist für mich sehr wichtig“, sagte Tertel unserer Zeitung, zumal damit gleichzeitig bestätigt werde, dass auch die Handlungen von Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung keine strafrechtliche Relevanz haben, also ebenfalls nicht damit zu rechnen brauchen, dass sie vor den Kadi gezerrt werden.

Nachdem die Staatsanwaltschaft Aachen in einem dreiseitigen Schreiben Anwalt Markus Mingers die Strafanzeige förmlich um die Ohren geschlagen hat, wirft ihm Lothar Tertel nun vor, „auf schmutzige Art in den Wahlkampf eingegriffen zu haben“. Als weiteres Indiz für diesen Vorwurf führt Tertel den Termin der Strafanzeige ins Feld, die Mingers wohl nicht von ungefähr eine Woche vor dem Wahltermin losgelassen habe.

Gerne hätte die Redaktion Rechtsanwalt Markus Mingers zum Einstellungsbeschluss der Aachener Staatsanwaltschaft und zur Stichhaltigkeit seiner Anwürfe um eine Stellungnahme gebeten, doch er befindet sich nach Angaben seiner Kanzlei derzeit in Urlaub und außer Landes, so dass seine Ansichten zum Verfahren erst später nachgereicht werden können.

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