St.-Elisabeth-Krankenhaus Jülich feiert 125-jähriges Bestehen

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Festakt zum 125-jährigen Bestehen des Jülicher Krankenhauses: Dr. Klaus Hindrichs, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Chirurgie, hält die Festansprache in der Blumenhalle des Brückenkopf-Parks. Foto: Mengel-Driefert

Jülich. Mit einem Festakt wurde am Donnerstag das 125-jährige-Bestehen des St. Elisabeth-Krankenhauses Jülich begangen. Die Geschäftsführung des Krankenhauses hatte dazu in die Blumenhalle des Brückenkopf-Parks geladen.

Rund 120 Gäste waren gekommen mit Bürgermeister Axel Fuchs an der Spitze sowie Vertretern aus Politik, Krankenkassen, des Caritasverbandes, Rettungsdienstes und der niedergelassenen Ärzte.

Krankenhausseelsorgerin Helena Fothen erinnerte im einleitenden Wortgottesdienst an die Namenspatronin der Einrichtung, die Heilige Elisabeth von Thüringen, die ihr Leben in den Dienst von Armen und Kranken stellte, während gleichzeitig ungewöhnlich hohe Temperaturen an diesem Augustnachmittag Gäste und Veranstalter zum Schwitzen brachten.

Nachdem Gábor Szük, Geschäftsführer der Caritas-Trägergesellschaft West (ctw), die Gäste begrüßt hatte, überschattete der Zusammenbruch von Dr. Dieter Scheidt den Festakt. Er wurde sofort ärztlich versorgt, ein Rettungswagen brachte ihn ins Krankenhaus. „Dr. Scheidt ist ansprechbar und stabil, er wird auf der Intensivstation betreut“, informierte Gabór Szük auf Nachfrage wenige Minuten nach dem Vorfall.

Dr. Scheidt, ehemaliger Chefarzt der Chirurgie des St. Elisabeth- Krankenhauses, war ursprünglich als Hauptredner des Festaktes vorgesehen. Die Veranstaltung wurde nach kurzer Unterbrechung in verkürzter Form weitergeführt.

Dr. Klaus Hindrichs, Scheidts Nachfolger und Ärztlicher Direktor sowie Chefarzt der Chirurgie, thematisierte das aktuelle Spannungsfeld von Ökonomie und Mensch, in dem sich das Gesundheitswesen und auch das Jülicher Krankenhaus bewegen.

Spezieller Beitrag der Belegschaft

„Unsere Mitarbeiter haben mehrfach auf Erhöhungen ihres Gehalts verzichtet“, erinnerte der Chefarzt auf einen ganz speziellen finanziellen Beitrag der Belegschaft. Das beweise gleichzeitig die enge Verbundenheit der Mitarbeiter mit dem Haus, wofür er ihnen großen Dank aussprach. Hindrichs erwähnte auch den Abbau am Jülicher Krankenhaus, der anders, als zunächst vermutet, ein Zugewinn sei, sowie den Aufbau, der heute interdisziplinär erfolgen müsse.

Das Krankenhaus habe in Ultraschallgeräte, Beatmungsgeräte für die Intensivstation und eine Kälteanlage für die OP-Klimatisierung investiert. „Wir sind technisch gut aufgestellt“, resümierte Hindrichs. „Wir haben ein geriatrisches Behandlungskonzept eingeführt, die familiare Pflege und das Jülicher Krankenhaus ist als lokales Alterstraumazentrum zertifiziert“, sei das Konzept angepasst worden.

Ein Bombenfund im April 2012 hatte die Evakuierung des Hauses zur Folge. Der wirtschaftliche Schaden sei nicht messbar, die Kosten musste das Krankenhaus tragen. Das St. Elisabeth-Krankenhaus habe auch diese Herausforderung gemeistert.

Rückkehr der Gynäkologie

Bürgermeister Axel Fuchs wünscht im Interesse aller Bürger der Stadt dem Krankenhaus eine gute Zukunft und lobte die hervorragende Arbeit in wechselnder Trägerschaft. Abschließend äußerte er einen Wunsch, den er ausdrücklich nicht als Kritik verstanden wissen möchte: Fuchs ist in Jülich geboren und könnte – nach dem Abbau der Gynäkologie – der letzte in Jülich gebürtige Jülicher Bürgermeister sein. Auch wenn die Schließung der Gynäkologie alternativlos war. Derzeit gebe es Zuzug in die Herzogstadt und einen Anstieg der Geburtenrate. Wenn diese Entwicklung anhalte, bittet Fuchs, vielleicht noch einmal darüber nachzudenken, den Kreißsaal wieder zu öffnen, denn es sei einfach schön, wenn im Ausweis der „Geburtsort Jülich“ stehe.

Zu Redaktionsschluss teilte ctw-Pressesprecher Kaya Erdem mit, dass es Dr. Dieter Scheidt besser gehe, er auf die Normalstation verlegt werde und voraussichtlich am Samstag das Krankenhaus verlassen könne.

Für den musikalischen Rahmen des Festaktes sorgten Virginia und Johannes Lisken.

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