Spielmannszug: Viel Tradition und eine junge Zukunft

Von: Kr.
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Ehrungen langjähriger und verdienter Mitglieder war ebenfalls bestand des Festprogramms. Foto: Kròl

Siersdorf. Es war im Jahre 1926, als einige musikbegeisterte Männer im Lokal Frauenrath den Spielmannszug Siersdorf aus der Taufe hoben. Den Vorsitz übernahm damals Josef Schütz, Peter Junker wurde zum Schriftführer gewählt und Heinrich Römer als Kassierer. Unter ihrer Regie wuchs der Spielmannszug schnell auf 25 Mitglieder an.

Und im Frühjahr 1928 traten sie erstmals öffentlich bei einem musikalischen Wettstreit in Loverich auf.

Seit dieser Zeit, mit Ausnahme des Zweiten Weltkrieges, als überall die Aktivitäten ruhten, bereichert der Spielmannszug das Dorf- und Vereinsleben. Es gab Höhen und Tiefen, zahlreiche Feste gestalteten sie mit, nahmen an Wettbewerben teil und erfreuten sich eines regen Vereinslebens.

Heute 90 Jahre später, so fand der Vorstand mit Gina Talarico an der Spitze, der sich im vergangenen Jahr komplett neu aufstellte und verjüngte, es an der Zeit, dieses 90-jährige Bestehen gebührend zu feiern. Und sie haben allen Grund dazu, ist es doch eine sehr junge Truppe, die sich regelmäßig an den Übungsabenden und zu den Aufzügen trifft. Die meisten der 16 aktiven Musiker, darunter elf Frauen, sind unter 30 Jahren. Dies zeugt, obwohl man nur zwei Jugendliche zurzeit im Corps hat, von einer gelungenen Nachwuchsarbeit. Um die Zukunft braucht sich der Verein also nicht zu sorgen. Er wird sicherlich auch sein 100 jähriges Bestehen feiern können.

Dies hofften natürlich auch die zahlreichen Gratulanten, allen voran Aldenhovens Bürgermeister Ralf Claßen, der gerne die Schirmherrschaft übernommen hatte. Er, so berichtete er, hat in seiner Jugend ebenfalls in einem Spielmannszug mitgewirkt und weiß daher, was es heißt, diese Tradition zu pflegen. „Wenn junge Menschen sich auf Musik einlassen, prägt dass auch ihre Persönlichkeit. Hier werden Werte vermittelt. Gemeinsam musizieren heißt Entspannung, Erholung aber auch Harmonie, und dies dient der zwischenmenschlichen Beziehung“, erklärte er.

Wie könnte ein Musikverein sein Jubiläum besser feiern, als auf musikalische Weise. So stand beim Gründungsfest die Musik im Mittelpunkt. Der Trommler- und Spielverein Baesweiler brachte ein Geburtstagsständchen ebenso wie der königliche Spielleuteverein Raeren und der Fanfarenzug Schaufenberg. Mit diesen Vereinen pflegen die Siersdorfer Spielleute eine lange und enge Freundschaft.

Ein solcher Abend ist auch stets eine gute Gelegenheit, verdiente und langjährige Mitglieder zu ehren. Gemeinsam mit Corpsführer Sascha Schott zeichnete Gina Talarico für zehnjährige Zugehörigkeit Kira Maria Steiner und Marianne Talarico aus.

15 Jahre gehört Peter Heinetzki dem Verein an und 30 Jahre Franz Josef Borgetto sowie Hannelore Simmel. Seit 40 Jahren ist Karin Heinetzki dabei. Sie war auch die erste Frau, die dem Corps als aktives Mitglied beitrat. 50 Jahre gehört Willi Grob dem Verein an, und geehrt wurden außerdem die Wirtsleute Hans Josef und Annelie Thoma, die dem Verein eine Bleibe bieten.

Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen des musikalischen Wettbewerbs um den Franz Scheilen-Gedächtnispokals. Ihn hatte der Spielmannszug Siersdorf vor vier Jahren errungen und 13 Musikvereine aus der Region Aachen-Düren-Heinsberg musizierten nun im fairen Wettstreit um diesen Pokal. Der Tag begann mit dem Solistenspiel, und am Nachmittag stand ein großer Festzug auf dem Programm, der auch als Wertungsumzug galt. Vier Juroren beurteilten das öffentliche Auftreten der Teilnehmer, die anschließend in einer A- und einer B-Kategorie im Saal Thoma musizierten.

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