Spielarten der bildenden Kunst in der „Alten Weberei”

Von: ptj
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Helga Hütten (v.l.), Hanna Br
Helga Hütten (v.l.), Hanna Brückelmann und Hyacintha Hovestadt präsentieren gemeinsam mit Max Müller eine repräsentative Auswahl ihrer Werke. Foto: Jagodzinska

Rödingen. Mit einer hochwertigen Ausstellung lockte Galeristin Brigitte Habig erneut zahlreiche Kunstliebhaber in die Alte Weberei Rödingen.

„Wellpappe ist eine geniale Erfindung, deren Schönheit im Innern liegt”, findet Hyacinta Hovestadt. Folglich entdeckte sie dieses Medium mit mehr Hohlraum als Papier als künstlerisches Material für die Umsetzung ihrer kreativen Ideen.

Beschwingtere Werke und meditative Großformen verbinden sich zu einer eindrucksvollen Landschaft aus Wellenstrukturen, leicht, fast fragil und doch stabil. Ihre in wochenlanger Kleinarbeit entstandenen Skulpturen ähneln Engelsschwingen, Kokons oder einem Felsenriff. Sichtbar ist zumeist die innere, hellere Struktur der Wellpappe, deren Oberfläche optisch an Holzmaserungen erinnert.

Hanna Brückelmann fertigt in Handarbeit Repliken nach Vorbildern von Grabbeigaben aus der Bronzezeit Zyperns an (ca. 1500 Jahre vor Christus). Diese brennt sie in einem von ihr der Prähistorie nachgebauten Ofen.

Die Repliken sind mit weißen Inkrustationen oder Oxydbemalung dekoriert. Als Ausgleich zu diesen exakten archäologischen Arbeiten fertigt sie Rauchbrand-Keramiken mit warmtönigen Oberflächen und weichen Übergängen an. Fantasievolle Skulpturen ergänzen die Ausstellung, von denen eine repräsentative Auswahl in der Alten Weberei zu sehen ist.

„Fetische” nennt Helga Hütten ihre Werke. Dabei bilden großformatige abstrakte Zeichnungen „den Lebensraum für die aus einer anderen Welt stammenden Plastiken”, bei denen sie „meist beim Gegenständlichen bleibt”.

Intention ist immer das Werden und Vergehen. Im Schaffensprozess der Bilder entstandene Flächen und Formen werden beim Erspüren der Vergänglichkeit mit Kratzspuren versehen oder übermalt. Die mit Gipsschichten ummantelten Stahlgerüste der Plastiken werden wieder abgeschliffen und neu aufgebaut, um der Figur einen Eigencharakter zu verleihen.

Kunst bedeutet für Max Müller die Auseinandersetzung mit sich selbst. Was bei der Entstehung seiner Bilder zählt, ist der schöpferische Moment. So verkörpern seine Bilder eine in sich kommunizierende Philosophie der Farben und Formen, ob abstrakt, gegenständlich oder gegenständliche Abstraktionen.

Viele seiner Gemälde erinnern in Motiv und Farbgebung an Expressionisten wie beispielsweise Georges Bracques. Wie Helga Hütten war Müller vor Jahren schon einmal Gast der Rödinger Galeristin.

Noch ganz jung oder „brandheiß neu” ist die Jülicher „Lounge Band”, die sich etablieren will und zur Vernissage mit ihrer hauptsächlich aus eigener Feder stammenden „Lounge Music die Kunst unterstützte”, sehr zur Freude von Brigitte Habig.

Die Viererformation besteht aus den Gitarristen Thomas Tretter und Christian Müller, Schlagzeuger Matthias Goßmann und E-Kontrabassist Darius Porst. Die Ausstellung ist noch am 16./17. Juni, von 15 bis 19 Uhr, und nach telefonischer Vereinbarung (02463/5919) zu sehen.
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