Linnich - Spendenbereitschaft der Linnicher ist sehr groß

Spendenbereitschaft der Linnicher ist sehr groß

Von: ng
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Walter Leinders und Bürgermeister Wolfgang Witkopp sammeln Geld für die Kriegsgräberfürsorge. Der ehemalige Soldat Michael Jestädt spendet für diesen Zweck sofort und gern. Foto: Gottfroh

Linnich. Auch wenn der Zweite Weltkrieg bereits viele Jahre zurückliegt, so darf dieses Ereignis - und vor allem die Millionen Opfer, die er gefordert hat - niemals in Vergessenheit geraten. Dafür setzt sich der Volksbund Deutsche Gräberfürsorge seit Jahrzehnten ein.

Die Mitglieder sammeln Spenden, um die Ruhestätten von gefallenen Soldaten und Zivilisten zu pflegen, damit der Zahn der Zeit die letzten Spuren, die noch an diese Männer und Frauen erinnern, nicht auffrisst.

„Die Kriegsgräberfürsorge leidet leider unter permanentem Geldmangel, darum sind wir auf Spenden aus der Bevölkerung sehr angewiesen”, erklärt Walter Leinders vom Förder- und Freundeskreis Hubertuskreuz, der sich gemeinsam mit Linnichs Bürgermeister Wolfgang Witkopp auf den Weg durch die Straßen der Rurstadt machte, um Spenden der Bürger zu sammeln.

Ein Betrag von 50 Cent bleibe den engagierten Mitarbeitern für die Pflege eines Grabes, betont Leinders. „Das Geld aus der Bevölkerung ist für unsere Arbeit enorm wichtig. 50 Cent sind einfach zu wenig - allein ein Grabstein kostet 50 Euro - zur Finanzierung eines solchen müsste man demnach 100 Jahre sparen.

Daher sind wir für die Unterstützung der Bürger sehr dankbar”, sagte Leinders. „Wir wünschten, der Staat würde diese Arbeit mehr unterstützen, schließlich sind die Kriegstoten Väter, Brüder und Söhne. Egal, ob sie für gute oder schlechte Überzeugungen gestorben sind, sie verdienen alle eine ordentliche letzte Ruhestätte.”

Dass dieses Thema auch vielen Linnicher Bürgern am Herzen liegt, merkte man an der Spendenbereitschaft. Einer der ersten Spender, der Geld in die Sammeldose warf, war Michael Jestädt. „Das Thema ist für mich sehr wichtig. Ich selbst bin ehemaliger Soldat und aktiver Reservist”, erklärte der junge Mann, während er eine Spende in die Büchse fallen ließ.

Rund 200 Soldatengräber und Ruhestätten von nahezu 50 Bombenopfern, Zivilisten, die dem Kugelhagel des Novembers 1944 in Linnich zum Opfer fielen, befinden sich auf dem Friedhof der Stadt. Einmal jährlich zündet der Freundeskreis für die Gefallenen Kerzen auf deren Gräbern an, um zu erinnern, zu mahnen und ein leuchtendes Zeichen zu setzen, damit die Jüngeren nicht vergessen. „Jede Generation muss sich im Miteinander Mühe geben, damit niemals mehr ein Krieg ausgetragen wird”, erklärte Witkopp.

Der Freundeskreis Hubertuskreuz ist ein internationaler Verein. „Überall auf der Welt gibt es Menschen, die im Krieg einen Verwandten verloren haben. Oft können wir helfen, sie an die Grabstätten zu führen. In Europa und auf der ganzen Welt hat der Verein Mitglieder, die sich für den Frieden und gegen das Vergessen einsetzen”, betont Leinders.

Ein besonderes Geschenk überreichte das Mitglied des Freundeskreises Hubertuskreuz anschließend noch Bürgermeister Witkopp. „An der Rurfront sind noch heute hunderte Granatsplitter zu finden. Diese suchen wir und fertigen aus ihnen Kreuze an, die mahnen sollen, dass sich dieser Teil der Geschichte nie wiederholt”, so Leinders.

Viele Menschen, Deutsche, Amerikaner, Briten und Franzosen, die Informationen oder Gräber ihrer im Krieg gefallenen Ehemänner, Brüder, Väter oder Söhne gesucht haben, durften ein solches Kreuz schon mit in die Heimat nehmen - auf dass kein Schicksal in Vergessenheit gerät.
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