Aldenhoven - Spektakuläre Eindrücke von Aldenhovener Teststrecke

Spektakuläre Eindrücke von Aldenhovener Teststrecke

Von: Thorsten Pracht
Letzte Aktualisierung:
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Die Aldenhovener Forschungskreuzung: Hier werden neue automatisierte Fahrfunktionen erforscht. Foto: Pracht
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Um ein besseres Modell der Umgebung zu erstellen, werden auch intelligente Straßenlaternen eingesetzt. Foto: Pracht

Aldenhoven. Offiziell dauerte das „Aachener Kolloquium Fahrzeug- und Motorentechnik“ bis Mittwochabend. Aber wenn die Experten aus Forschung und Technik schon einmal zum europaweit größten Kongress der Branche in der Region sind, dann bleiben sie gerne auch noch einen Tag länger.

Natürlich nur, wenn das Angebot stimmt. Also lud das „Future Mobility Lab“ der RWTH Aachen am Donnerstag noch zu einem Tag der offenen Tür auf dem Aldenhoven Testing Center (ATC) ein.

Der Termin war geschickt gewählt, gestern tummelte sich das internationale Fachpublikum in großer Zahl auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Emil Mayrisch. Während die Insider die neuesten technischen Entwicklungen und Visitenkarten austauschten, bot sich ganz ohne den Blick durch die Branchenbrille vor allem ein spektakulärer Eindruck der Technik von morgen und übermorgen.

Die Forscher der RWTH Aachen, die sich fakultätsübergreifend zum Profilbereich Mobilität und Transport zusammengeschlossen haben, stellten ihre Projekte vor. So wird es in Zukunft Straßenlaternen geben, die nicht nur Licht spenden, sondern mit Hilfe einer Ultraschallkamera auch die Umgebung erfassen. Eine Reihe solcher Laternen wird auf dem ATC aufgebaut und liefert miteinander vernetzt einen Überblick, wie viele Autos, Radfahrer oder Fußgänger gerade unterwegs sind.

Großes Ziel ist es, mit einem solchen „Umfeldmodell“ die Voraussetzungen für automatisiertes Fahren zu schaffen. „Die Umwelt zu erfassen, ist nicht das Problem“, erklärte Prof. Dr. Lutz Eckstein, Leiter des Institutes für Kraftfahrzeuge der RWTH. Das Problem sei es, den Fahrzeugen beizubringen, das kommende Geschehen zu antizipieren, wie vorausschauende Autofahrer es tun. An dieser Stelle kommt die sogenannte Konnektivität ins Spiel, also die Vernetzungsfähigkeit.

Per Signal zur Vollbremsung

Längst steht auf dem Gelände des ATC eine Kreuzung, die mit allerlei Sensoren ausgestattet ist. Satellitentechnik, Laser, Mobilfunk – alles wird genutzt. „Das ATC ist das einzige Testgelände in Europa, wo alle Kommunikationstechnologien bereits vorhanden sind“, warb Eckstein. Ein Ziel bei der Anwendung der modernen Technik sei die Reduzierung der Verkehrstoten. „Wir haben in Deutschland und Europa stagnierende Zahlen, weil die Wirkung der Assistenzsysteme wie ABS und ESP ausgereizt ist“, erklärte Eckstein.

Wie es aussehen kann, wenn Sensoren im Fahrzeug mit externen Daten kombiniert werden, zeigte eine Demonstration. Ein mutiger Proband ging stur auf sein Handy blickend über die Straße, während sich ein Auto mit hohem Tempo näherte.

Der sich androhende Unfall blieb aus, da der Wagen das Signal des Telefons ortete und eine Vollbremsung einleitete. „Es ist unheimlich spannend, was hier passiert“, sagte Aldenhovens Bürgermeister Ralf Claßen, der hoffen darf, dass der Industriepark rund um das ATC weiter wächst und der Gemeinde Einnahmen beschert. Annette Winkler, Leiterin der Wirtschaftsförderung des Kreises Düren, blieb im Fachjargon: „Wir sind auf der Überholspur und wollen das Gelände hier weiterentwickeln.“ Werbung dafür wurde gestern gemacht.

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