SPD will zweiten Anlauf starten

Von: gep
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Pausenhof der Hauptschule Aldenhoven: In fünfeinhalb Jahren ist aufgrund der geringen Schülerzahlen wohl Schluss. Foto: gep

Aldenhoven/Linnich. Auf das Aus für die Gesamtschule Aldenhoven/Linnich reagieren die Ratsfraktionen der beiden Kommunen mit sehr scharfen Stellungnahmen und – in Aldenhoven – mit gegenseitigen Schuldzuweisungen.

Die Sozialdemokraten aus Aldenhoven und Linnich denken aber schon jetzt daran, einen neuen Anlauf zur Einrichtung einer Gesamtschule zu starten. Der Linnicher SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Fr. Oetjen: „Aus unserer Sicht wird es einen neuen Anlauf zur Gründung einer Gesamtschule für das Schuljahr 2014/15 geben.“ Der Aldenhovener SPD-Fraktionsvorsitzende Udo Wassenhoven: „Wir werden prüfen, ob ein Zustandekommen für das Schuljahr 2014/15 erreicht werden kann.“

Der Linnicher FDP-Vormann Dr. Klaus Selter: „Wir geben uns nicht geschlagen.“ Und der Chef der Freien Wählergemeinschaft (FWG) Aldenhoven, Dieter Froning, unterstreicht: „Bekanntlich nimmt die Kreativität zu, wenn die Situation ausweglos erscheint.“ Nicht nur für Willi Zander von den Freien Liberalen in Aldenhoven stellt sich die Lage jetzt so dar: Durch eine „Verunsicherungskampagne“ aus Jülich, Titz und der Kreisstadt „wurde das Ziel, die Eltern zu verunsichern, voll erreicht.

Das Ergebnis: Zu wenig Anmeldungen, keine Gesamtschule.“ Das Projekt, so der Freialdenhovener Wassenhoven, sei „eindeutig politisch motiviert zerstört worden“. Zu den aktivsten Akteuren zählten Marco Johnen von der CDU Jülich, der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen (CDU), Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) und der Landtagsabgeordnete Josef Wirtz (CDU). Der Linnicher Freidemokrat Selter spricht sogar von einer „Hetzkampagne“ insbesondere aus Jülich und Titz. Ihnen sei es nur um die „Sicherung der Pfründe – auch zu Lasten der Linnicher Kinder“ gegangen. Von einen „Kesseltreiben“ spricht der Aldenhovener Zander.

Für „rechtlich grenzwertig“ hält Freiwähler Froning das Verhalten der Gesamtschulgegner. Klar sei, „dass Jülich das Sterben der Schulen der umliegenden Gemeinden in Kauf nehmen möchte, um mit deren Schülern die eigene fehlerhafte Schulentwicklungs- und Schulneubauplanung zu kaschieren“. Es sei „schändlich und niveaulos“, befindet Froning, wie die Gegner die Unsicherheit der Eltern ausgenutzt hätten.

Die Linnicher FDP denkt bereits über politische Konsequenzen nach. Bei den anstehenden Haushaltsberatungen stünden alle Kooperationen mit Jülich und Titz auf dem Prüfstand. Fraktionschef Selter: „Wir halten eine vertrauensvolle Zusammenarbeit derzeit für nicht möglich und sehen auch nur geringen Sinn darin, Jülicher Schulen weiterhin auf Kosten unserer Steuerzahler zu finanzieren.“

Deutlich im Ton ist auch die Aldenhoven-interne Auseinandersetzung: Der CDU-Fraktionsvorsitzende Reinhard Paffen sieht ein „Desaster“, denn „SPD, FWG und Freie Liberale, allen voran der Bürgermeister, stehen auf den Trümmern ihrer eigenen Schulpolitik“. Es habe „eine eindeutige und in dieser Klarheit nicht erwartete Absage“ der Grundschul-Eltern aus Aldenhoven und Linnich gegeben.

Deutlich sei, „dass Eltern sich von der Politik nicht manipulieren lassen. Nicht durch fragwürdige Anhörungsverfahren, nicht durch bewusste Täuschungsmanöver und nicht durch versuchte Einflussnahme auf ein rechtstaatliches Verfahren“. Der Schulstandort Aldenhoven „steht auf des Messers Schneide“. Jetzt gehe es darum, „wenigstens die Existenz von Haupt- und Realschule zu sichern“, betont Paffen.

Dagegen kritisiert Sozialdemokrat Wassenhoven es als „besonders verwerflich“, dass die CDU an einer Zukunft für die Gesamtschule Zweifel geäußert habe. Eine Folge sei, dass es aus der Grundschule Siersdorf fast keine Anmeldung gegeben habe. Die Union komme offenbar „aus altem Klassendenken nicht heraus“. Für Zander hat die CDU „ein erbärmliches Bild“ geboten – mit „halbherziger Taktiererei“.

Welche Alternativen, den Schulstandort Aldenhoven zu sichern, gebe es denn, fragt der Freie Liberale. Für die FWG ist eine Sekundarschule mangels Zuspruch keine Alternative für die beiden Kommunen. Dass es aber Bedarf für eine Gesamtschule gebe, bestätigen, so Froning, auch die hohen Ablehnungszahlen an anderen Gesamtschulen im Kreis.

Von der Linnicher CDU war bis Freitagabend keine Stellungnahme zu erhalten

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