Sparzwang: Gemeinderat debattiert über Friedshofsgebühren

Von: gep
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Grabstele auf dem Aldenhovener
Grabstele auf dem Aldenhovener Friedhof: Diese Bestattungsform wird in der Gemeinde immer mehr bevorzugt. Foto: Wolters

Aldenhoven. Die unter massivem Sparzwang stehende Gemeinde Aldenhoven hat die Friedhofsgebühren neu kalkuliert. Grund: Im Haushaltssanierungsplan, mit dem die Kommune wieder in die schwarzen Zahlen gebracht werden soll, ist der Grünflächenanteil ab 2013 von 26 Prozent auf zehn Prozent reduziert worden.

Das heißt, dass ein höherer Kostenanteil der Friedshofsunterhaltung jetzt von den einzelnen Friedhofsnutzern übernommen werden muss. Hinzu kommen allgemeine Preiserhöhungen.

Daher erhöht sich der gebührenpflichtige Aufwand im kommenden Jahr von gut 131.200 auf 146.300 Euro. Insgesamt muss die Gemeinde bei rund 140 Bestattungen, darunter bereits 70 Prozent Urnenbestattungen, im Jahr knapp 230.000 Euro für das Friedhofswesen aufwenden. Nach neuer Rechnung sinken die Pflegekosten für die Grünflächen ab kommenden Jahr von 46.000 auf 16.300 Euro. Die dadurch (höheren) Umlegungskosten, so Baudezernentin Anita Klotz auf der jüngsten Ratssitzung, müssten jetzt „gerecht verteilt werden”, auch wenn dies „schmerzlich” sei. So fehle etwa die „Gebührengerechtigkeit”, wenn in einem Erdwahlgrab bis zu vier Urnen bestattet werden könnten.

Die Gebührenvorschläge der Verwaltung stießen allerdings teilweise im Gemeinderat auf Widerspruch. Im Mittelpunkt der Diskussion standen die „amerikanischen Bestattungen”. Dabei werden die Erdgräber nur mit Rasen eingegrünt, eine Gedenktafel wird flach auf dem Boden platziert. Für die Angehörigen bedeutet das einen erheblich geringeren Pflegeaufwand, da weder Grabschmuck noch eigene Bepflanzungen erlaubt sind.

Die Verwaltung hatte eine Grabzuteilungsgebühr von 2140 Euro bei 30-jähriger Ruhezeit statt bisher 1540 Euro errechnet, da auch hier mehr Grünfläche den einzelnen Gräbern zugeordnet werden muss. Zum Vergleich: Ein Urnenreihengrab kostetete bisher 600 Euro, künftig 670 Euro.

Hinterfragt wurde aber vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Reinhard Paffen, ob die Rasenpflege je Erdreihengrabstätte wirklich 45 Minuten im Jahr erfordere. Erfahrungswerte aus Nachbarkommunen besagten, dass dafür lediglich maximal 20 Minuten veranschlagt werden könnten. „Das ist ein absoluter Spitzenwert in der Region.” Damit würde man „amerikanische Bestattungen”, die immer mehr bevorzugt würden, „torpedieren”. Ein Kompromissvorschlag des SPD-Fraktionsvorsitzenden Udo Wassenhoven in Höhe von 1800 Euro fand schließlich eine Mehrheit im Gemeinderat. Damit, so Bürgermeister Lothar Tertel, würden aber „jetzt alle anderen Gebühren teurer”.

Im Laufe des Jahres hat es (bis Ende September) schon sieben „amerikanische Bestattungen” gegeben. Von den insgesamt 107 Beerdigungen entfielen alleine 35 auf Stelen-Reihen- und Wahlgräber. Die 72 restlichen verteilen sich auf alle angeboteten Bestattungsformen: Bürgermeister Tertel: „Was uns noch fehlt, ist ein Friedwald. Dann haben wir hier fast alles.”

Vier weitere Stelen sind geplant

Aber auch die Zuteilung eines Stelengrabes wird deutlich teurer , die Gebühr steigt von 620 Euro auf 1020 Euro. Weil auch diese Bestattungsform immer mehr bevorzugt wird, müssen im kommenden Jahr vier weitere Stelen zum Stückpreis von 6000 Euro (einschließlich Aufstellung) beschafft werden. Und die Einsparungen bei den Bauhofleistungen führen zu einer „Minderung des Standards”.

Anita Klotz im Gemeinderat: „Sie wissen, wie die Friedhöfe aussehen.”
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