Sorgenkind Südbastion wird trockengelegt

Von: Antonius Wolters
Letzte Aktualisierung:
südbastion3-
Gelöste Stimmung: Beigeordneter Martin Schulz (v.l.), Landtagsabgeordneter Josef Wirtz, Horst Bülles, Joseph Krott und Hans Meyer bei der Besichtugung der Südbastion. Foto: Wolters

Jülich. Der Landtagsabgeordnete Josef Wirtz sprach bescheiden von einem „langen beharrlichen Arbeitsweg”, die Vertreter von Verwaltung, Politik und Brückenkopf-Park GmbH äußerten sich geradezu euphorisch. Dem CDU-Parlamentarier ist es offenbar gelungen, beim Land NRW Geld für Erhalt und Sanierung der Südbastion des Napoleonischen Brückenkopfs locker zu machen.

Aus Städtebauförderungsmitteln fließen in diesem Jahr 56.000 Euro, für 2010 sind weitere 312.000 Euro im Landeshaushalt eingeplant. Da der Stadt weitere 275.000 Euro aus einem vor Gericht getroffenen Vergleich zur Verfügung stehen, kann mit den Sanierungsarbeiten im kommenden Jahr begonnen werden. Deren Kosten werden mit rund 800000 Euro beziffert.

Das absehbare Happy End für die Südbastion war lange ungewiss, denn vor der Landesgartenschau 1998 hatte das Land bereits Millionen für den Brückenkopf bereitgestellt. Fehler bei den damaligen Sanierungsmaßnahmen führten jedoch zu erheblichen Wasserschäden, die bereits kurz vor Ende der LaGa sichtbar wurden. Die folgenden gerichtlichen Auseinandersetzungen der Stadt mit Planer und ausführender Firma führten am Ende zum genannten Vergleich, dessen finanzielle Dotierung jedoch viel zu gering war, um zu verhindern, dass sich die Südbastion nach und nach in eine Tropfsteinhöhle verwandelt.

„Josef Wirtz hat sich um die Stadt Jülich verdient gemacht”, erinnert sich Joseph Krott, wie er im Mai 2007 seinem Parteifreund den beklagenswerten Zustand des Bauwerks vor Augen führte. Vereint mit der Stadt, die ebenfalls Mittel beantragt hatte, blieb der Landtagsabgeordnete in Düsseldorf am Ball, hielt Kontakt zu den beteiligten Ministerien und leistete dort Überzeugungsarbeit.

Auch ein abschlägiger Bescheid der Bezirksregierung an die Stadt vom vergangenen Jahr ließ die Bemühungen nicht erlahmen, im Gegenteil: „Das Bauministerium hat sich überzeugen lassen und Wort gehalten”, ist Josef Wirtz froh, dass seine Beharrlichkeit Früchte trägt.

„Er hat Türen geöffnet”, würdigt Beigeordneter Martin Schulz den Erfolg des Abgeordneten, der den Weg frei macht für eine „nutzungsunabhängige Sanierung”. Die Vorplanung dazu sei bereits erstellt. Die Landesförderung in 2009 könne nun für die Ausführungsplanung verwendet werden.

„Das darf nicht der letzte Schritt sein”, denkt Joseph Krott schon über die Sanierung hinaus, denn für die spätere Nutzung der rund 1600 Quadratmeter großen Immobilie gibt es schon viele Ideen. „Wir würden die Südbastion gerne für Veranstaltungen nutzen”, ist stellvertretender Parkchef Horst Bülles um überdachte Aktionsflächen dieser Größenordnung verlegen. Josef Wirtz brachte die mögliche Nutzung als außerschulischer Lernort ins Spiel.

Hans Meyer, Aufsichtsratsvorsitzender der Park GmbH, erinnerte daran, dass auch nach Abdichtung und Trocknung „das Kellerklima bleibt”. Er dankte Josef Wirtz für die positive Nachricht, die dem Park „interessante Präsentationsmöglichkeiten” eröffne.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert